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„Die Zeit läuft ab!“

Sanduhren schaffen Bewusstsein für das Thema AIDS

In jeder Minute stirbt ein Kind an AIDS. Wenn sie betroffen wären, wäre ihre Klasse in 31 Minuten ausgestorben! Dieser Gedanke hat die Klasse 7a der Bischöflichen Realschule (Johann-Heinrich-Schmülling-Schule) in Warendorf (NRW) so schockiert, dass sie auch andere Menschen auf das Problem aufmerksam machen wollten. In einem einjährigen Projekt unter dem Motto „Die Zeit läuft ab“ sammelten die Schülerinnen und Schüler 1.000 kleine Sanduhren, klebten sie auf Schilder mit Informationen zum Thema AIDS und verkauften sie. Die Sanduhren schaffen zum einen ein Bewusstsein dafür, dass in den drei Minuten, in denen der Sand durch das Glas rinnt und wir uns zum Beispiel die Zähne putzen, wieder drei Kinder an der Immunschwäche AIDS sterben. Zum anderen zeigen sie, wie dringend von HIV und AIDS betroffene Kinder Hilfe brauchen: die Zeit für uns zu helfen läuft ab.

Die Einzelheiten

In dem Bewusstsein, dass jede Minute wichtig ist, machte sich die 7. Klasse mit 31 Schülern, 17 Jungen und 14 Mädchen, ans Werk: „Wir haben das  Projekt „AIDS“ ausgewählt, weil uns die Schicksale dieser betreffenden Kinder alles andere als egal sind und wir wollen uns wieder gut dabei fühlen, vielen Kindern, mit unserem Beitrag zu helfen, länger und mit ihrer Familie leben zu können. Das ist für uns das Wichtigste“, schreiben die Schüler in ihrer Bewerbung für den JuniorBotschafter.
Nachdem sie sich selbst inhaltlich mit der Thematik auseinander gesetzt haben, wollten die Schüler so viele Menschen wie möglich informieren und zu Spenden aufrufen. Sie hatten sich zum Ziel gesetzt, die 1.000-Euro-Hürde zu schaffen. Dafür brauchten sie 1.000 Sanduhren, die sie für einen Euro verkaufen wollten. Die Uhren wurden auf einen Papp-Hintergrund mit Bildern und Infos zur AIDS-Problematik geklebt.
Für die Gestaltung gewannen sie den Künstler Demir Demiroski sowie andere Schüler von vier Schulen aus ihrer Umgebung. Sogar brasilianische Jugendliche schickten ihnen Entwürfe aus ihrer Heimat. Obwohl sie auch viele Rückschläge hinnehmen müssen, haben die Schüler nicht aufgegeben. Fast ein halbes Jahr schrieben sie in ihrer Freizeit sehr viele engagierte Briefe an Krankenkassen, Apotheken, Zahnärzte und andere Sponsoren, bis sie endlich 1.000 Sanduhren zusammen hatten. Gottesdienste, Rollenspiele, Info-Stände, eine Homepage, Interviews mit der Zeitung, Benefizkonzerte, einen Bauchladen in der Einkaufsstraße und vieles mehr nutzten die Schüler, um die Sanduhren zu verkaufen und auf die AIDS-Problematik aufmerksam zu machen. So haben sie zahlreiche Menschen erreicht und 1.715 Euro aus dem Verkauf der Sanduhren für von AIDS betroffene Kinder gespendet.

Begründung der Jury

Der Jury hat am Projekt „Die Zeit läuft ab!“ besonders gut gefallen, dass eine gute Idee kreativ umgesetzt und damit eine nachhaltige Wirkung erzielt wurde. Mit sehr großem Engagement und viel Ausdauer verfolgten die Schülerinnen und Schüler das Ziel, Menschen aufzurütteln und über das Schicksal der von AIDS betroffenen Kinder im südlichen Afrika zu informieren. Trotz einiger Rückschläge und Enttäuschungen haben sie sich nicht entmutigen lassen, sondern ihr Projekt bis zum Schluss zielstrebig durchgeführt. Angesichts der  schockierenden Nachricht, dass jede Minute ein Kind an AIDS stirbt, wollten sie nicht ohnmächtig die Augen verschließen, sondern aktiv werden. In bewundernswerter Weise machen sie deutlich, wie Jugendliche mit einem festen, gemeinsamen Willen etwas bewegen können.

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Gewinnervideo Jubo 2008_Sanduhren