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Panoramabild "Kinderhandel"

Grace: Sieben Jahre in Gefangenschaft

Grace war erst 13, als sie in der Hauptstadt Manila ankam. Schlepper hatten ihr einen Job als Hausmädchen versprochen - stattdessen landete sie in einer Bar im Rotlichtbezirk. „Ich war völlig mittellos und hatte keine Wahl“, sagt Grace. Der Barbesitzer hielt sie gemeinsam mit anderen Mädchen wie eine Gefangene. „Es gab Momente, in denen ich mich umbringen wollte“, sagt Grace. „Ich dachte, ich würde dieses Haus nie wieder verlassen.“

Die Geschichte von Grace ist kein Einzelfall. Jedes Jahr kommen Tausende Mädchen und junge Frauen nach Manila, um Geld zu verdienen und ihre Familien zu unterstützen. Allein, ohne Geld und meist ohne Papiere verschwinden viele hinter den Türen der zahlreichen Bars und Bordelle der Stadt. Viele arbeiten jede Nacht bis zum Morgengrauen, um die Forderungen der Barbesitzer zu erfüllen. Tagsüber müssen sie putzen oder Wäsche waschen.

Sieben Jahre lang musste Grace Gewalt und Unterdrückung ertragen, bis sie endlich Hilfe erhielt. Sie fand in einem Zentrum Aufnahme und hofft nun auf eine bessere Zukunft. „Ich möchte meine beiden Kinder bald zu mir holen“, sagt die junge Frau. „Ich möchte ihnen ein gutes und anständiges Leben ermöglichen. Aber sie sollen nichts über meine frühere Arbeit erfahren.“

Iqbals Geschichte

Iqbals Vater brauchte dringend Geld. Deshalb hatte er sich vom Besitzer einer Teppichknüpferei 600 Rupien geliehen. Der 4-jährige Iqbal sollte dafür so lange Teppiche knüpfen, bis die Schulden zurückgezahlt waren, einschließlich aller nicht genau festgelegten Zinsen und Nebenkosten. Iqbal sollte 6 Tage pro Woche täglich 12 Stunden arbeiten. Seine Ausbildung zum Teppichknüpfer, sein Werkzeug und seine Mahlzeiten wurden als Extrakosten zu den Schulden hinzugerechnet. Für Fehler beim Knüpfen wurden zusätzliche Geldstrafen verhängt. Iqbal sollte zunächst ein Jahr als Lehrling ohne Lohn arbeiten. Die Schulden wurden so immer größer und konnten nie abbezahlt werden. Iqbal arbeitete 6 Jahre als Teppichknüpfer, bis es ihm endlich gelang, zu entfliehen und Hilfe zu finden.

(nach: Susan Kuklin  „Kommt mit und seid frei“, Berlin 2002)

Somphone aus Laos

Ängstlich wirkt Somphone aus Laos, ein bisschen verstört. Als die Not seiner Familie am größten war, schickten seine Eltern, arme Reisbauern, ihn und seine beiden Schwestern zum Arbeiten nach Thailand. Angeblich leichte Tätigkeiten, bei denen gutes Geld verdient werden konnte. In einer Druckerei schuftete er täglich von 7 bis 18 Uhr. Er wurde geschlagen, konnte aber fliehen und fand einen neuen Job. Für die Arbeit auf der Orangenplantage zahlte er wegen des eingesetzten Pflanzengiftes einen hohen Preis: Seine Gesundheit. Dank einer Hilfsorganisation fand er wieder nach Hause. Seine beiden Schwestern hat Somphone bis heute nicht wiedergesehen. UNICEF kümmert sich um Kinder wie Somphone und klärt Familien auf, damit die Kinderhändler keine Chance mehr haben.

 

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