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26. December 2007von Anna Stechert

Eine neue Schule für Lamkunyet

Eine neue Schule für Lamkunyet“Anna! Anna! Hallo Anna!” Kaum betrete ich den Schulhof der Grundschule in Lamkunyet, bin ich umringt von Schulkindern. Ich liebe es, in den Projekten unterwegs zu sein, viele Kinder und Erwachsene kennen mich inzwischen gut. In Lamkunyet bin ich häufig, denn UNICEF hat hier unter anderem die Grundschule und öffentliche Toilettenhäuser neu gebaut. Ungefähr 500 Familien leben in dem kleinen Dorf. Es liegt im ehemaligen Rebellengebiet und ist nur über eine kleine, holprige Straße zu erreichen. Während des 30jährigen Bürgerkriegs war Lamkunyet komplett von der Außenwelt abgeschnitten. Heute ist das Dorf total verarmt und es fehlt an allem - Lehrern, Ärzten, sanitären Einrichtungen. Das schwere Erdbeben vom 26.12.2004 hat das sowieso schon alte Schulgebäude zum Einsturz gebracht.

Inzwischen hat sich viel verändert. Seit dem Friedensabkommen zwischen der indonesischen Regierung und den GAM-Rebellen vom August 2005 sind viele Dörfer für Hilfsorganisationen wie UNICEF endlich erreichbar. Im Mai haben knapp 300 Schüler aus Lamkunyet ihre von UNICEF neu gebaute, erdbebensichere Schule bezogen: sechs Klassenzimmer, getrennte Toiletten für Jungen und Mädchen, ein großer Schulhof, eine Bibliothek - endlich ist hier richtig Platz zum Lernen und Spielen. “Wir können jetzt auch Sportturniere veranstalten oder Tanzkurse anbieten”, freut sich eine der Lehrerinnen. Gerne würde ich mich noch ein wenig mit ihr unterhalten, doch die Kinder zerren schon an mir. Sie wollen, daß ich ein Foto von ihnen mache. Sie rennen auf den Schulhof und posieren wie kleine Models. Ich muss lachen.

21. December 2007von Anna Stechert

Eine kinderfreundliche und erdbebensichere Schule

Kinderfreundliche und erdbebensichere permanente Schule in Peukan BadaAlle paar Wochen schaue ich in meiner Lieblingsschule vorbei, SDN 1 Peukan Bada. Die Schule wurde komplett vom Tsunami weggespült. Von 310 Schülern überlebten gerade einmal 76. Ich habe die Schule eng auf ihrem Weg zurück in die Normalität begleitet. Besonders beeindruckt sie mich heute durch die motivierten Lehrer (keine Selbstverständlichkeit!) und die fröhlichen, engagierten Schüler.

Zuerst hatte UNICEF in einem Schulzelt Unterricht organisiert, im Juli 2005 zogen die Kinder dann in eine UNICEF-Übergangsschule um. Vor fast genau einem Jahr konnte dann der Umzug in die von UNICEF gebaute, kinderfreundliche und erdbebensichere neue Schule stattfinden. Sie ist wirklich schön geworden - sechs große Klassenzimmer, getrennte Toiletten für Mädchen und Jungen, mit einer Toilette für Kinder im Rollstuhl, eine Bibliothek und ein riesiger Pausenhof. Inzwischen tummeln sich hier 130 Schüler - und es werden immer mehr. Die Schule sieht heute noch besser aus als am ersten Tag. Die Klassenzimmer sind geschmückt und sauber, alle packen mit an. Die ehemalige Übergangsschule dient nun als Kiosk und Veranstaltungsraum für die ganze Gemeinde.

19. December 2007von Anna Stechert

UNICEF Kinderzentrum Punge

Kinderzentrum Punge in AcehIm UNICEF Kinderzentrum Punge treffe ich Mas Koko, der die Medienaktivitäten für Jugendliche in ganz Aceh koordiniert. Eine eigene Radiosendung gibt es, dazu seit kurzem ein von UNICEF unterstütztes Jugend-Magazin. Vor allem Zwölf- bis Achtzehnjährige arbeiten an der Zeitschrift mit.

Wir wollen das Projekt im nächsten Jahr ausbauen und so noch mehr Kindern die Chance geben, beim Radio mitzuarbeiten oder eigene Artikel zu schreiben und zu veröffentlichen - über Themen zu berichten, die sie interessieren und die wichtig für sie sind.

Es ist diese Art von Arbeit, die mir am meisten Spaß macht - direkt mittendrin zu sein, mit den Kindern zu arbeiten. Die Kinder sind sehr stolz auf ihr Projekt und dankbar. Schon einige haben mir erzählt, dass sie dadurch weniger scheu, selbstbewusster geworden sind. Wer weiß, wie viele zukünftige Journalisten ich vor mir sitzen habe.

17. December 2007von Anna Stechert

UleeLee Hafen in Banda Aceh

Ich stehe am UleeLee Hafen in Banda Aceh, eine der Gegenden, die am schlimmsten vom Tsunami getroffen wurden. Die Wellen kamen hier von zwei Seiten und erreichten eine Höhe von 20 Metern. Als ich zum ersten Mal hier stand, vor über zweieinhalb Jahren, stand hier nichts mehr. Um mich herum eine Schuttwüste. Ich erinnere mich besonders an die Stille - kein Laut war zu hören, ich fühlte mich damals wie am Ende der Welt.

Heute würde mir wohl kaum jemand recht glauben, der es nicht selbst miterlebt hat. Am Hafen ist viel Betrieb, die Fähre aus Sabang ist gerade angekommen, wie immer voller Menschen, und die Motorradtaxis drängeln sich am Eingang. Wieder aufgebaute Häuser reihen sich aneinander, kleine Kioske säumen den Straßenrand, dazwischen neue Gesundheitsstationen, neue Schulen und sogar eine funkelnagelneue Tankstelle.

An den Tsunami erinnert bis auf wenige Ruinen hier noch das Massengrab, das anlässlich des einjährigen Jubiläums zu einer Gedenkstätte umgewandelt wurde. 14.000 Menschen liegen hier begraben - ein beliebtes Ziel für “Tsunami-Touristen”.