Alle Beiträge des Tags UNICEF-Hilfe in Myanmar

19. August 2008von Anna Stechert

“Ihr wisst nicht, wie wichtig eure Hilfe ist.”

Ich bin aufgeregt: Mein erster Besuch in einer völig unbekannten Krisenregion. In Aceh kann ich jederzeit in ein Projekt fahren, aber hier habe ich gerade einmal drei Tage, um alle Informationen zu bekommen, die ich brauche. Vier Tage hat es gedauert, die Genehmigung zu bekommen, ins Irrawaddy Delta zu fahren. Jetzt geht es los, mit einem Hubschrauber des Welternährungsprogramms. Wir fliegen ueber flaches Land, Reisfelder ohne Ende, und mehr und mehr entdecken wir die Spuren der Katastrophe, die dieses wunderschoene Land verwüstete. Häuser, selbst grössere Gebäude haben kein Dach mehr, von manchen steht nur noch ein Gerippe. Wir überfliegen eine grosse Wasserfläche. “Hier war einmal ein Dorf”, sagt meine Kollegin Angela. Übrig geblieben ist nicht einmal ein Haus.

Nach einer Stunde landen wir in Bogalay auf einem Sportplatz. Nachdem ich mich bei den örtlichen Militaerbehörden gemeldet habe, fahren wir erstmal ins UNICEF Warenlager. Dort treffe ich auf drei Hebammen, die gerade dabei sind, kistenweise Impfstoffe auf ihre Fahrräder zu laden. “Mein Dorf ist etwa zwei Stunden per Boot entfernt”, erzählt mir eine der Frauen. “Alles ist dort kaputt. Meine Medikamente sind ruiniert, meine Instrumente, alles zerstört.” Sie ist für 17 Doerfer verantwortlich, für insgesamt 12.000 Menschen. Mit den UNICEF Medikamenten kann sie ihre Patienten wieder für eine Weile versorgen. “Danke, UNICEF”, sagt sie und nimmt meine Hand. “Ihr wisst nicht, wie wichtig eure Hilfe ist.”