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9. February 2008von Cornelia Walther

Update aus Yaounde - nach der Evakuierung

Hiermit wie versprochen also ein Update der Situation – aus Yaounde (Kamerun). Am Montag, den 4. Februar, wurde ein Grossteil des internationalen humanitaeren Personales nach Kamerun evakuiert - mich einschliesslich. Nur sieben UNICEF-Mitarbeiter sind im Tschad geblieben, davon vier in Abeche.

Momentan ist die Lage im Land ruhig – aber es bleibt noch abzusehen, ob dies von Dauer ist. Das UNICEF-Buero in Ndjamena war in den letzten Tagen von der nationalen Armee besetzt – somit war das ganze lokale Computersystem “out of order”. Zumindest das klappt jetzt wieder … Das Buero ist geraeumt, und der Schaden ist weit geringer als gedacht – ein Schritt in Richtung Normalitaet? Nach einer etwas chaotischen Evakuierungsaktion von Abeche nach Yaounde - in einem grossen UNO-Flugzeug mit Militaerdesign - sind wir nun in der Hauptstadt von Kamerun und soweit ist alles ok.

Davon abgesehen jedenfalls, dass niemand weiss, was als naechstes geschieht: wann wir wieder zurueck und an die Arbeit koennen. Alle humanitaeren Aktivitaeten im Tschad sind auf Sparflamme.

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3. February 2008von Cornelia Walther

Krise im Tschad: Hausarrest in Abeche

Wie viele von Ihnen vielleicht in den Medien mitverfolgt haben, ist die Lage im Tschad momentan sehr gespannt. Die Rebellen sind in direkter Konfrontation mit der nationalen Armee, in der Hauptstadt sind in diesem Augenblick Strassenkaempfe im Gange.Ein Grossteil der Auslaender, die in N’Djamena leben, darunter die meisten unserer internationalen UNICEF-Kollegen, wurden im Laufe der letzten Tage in die umliegenden Laender evakuiert und sind in Sicherheit.

Im Osten ist die Lage momentan weitgehend ruhig – abgesehen von Soldaten und Panzern, die in der Stadt stationiert sind, sowie zirkulierenden Helikoptern, die mittlerweile zum Himmelsbild gehoeren wie in Schwaben die Schwalben.

Hier in Abeche sind wir von UNICEF, zusammen mit allen anderen humanitaeren Arbeitern, in Alarmstellung. Hausarrest wurde deklariert, und so sitzen wir mit Handset am Ohr – das Mobilfunknetzt funktioniert seit Donnerstag nicht mehr – in Startposition. Jeder hat einen Sack mit dem Noetigsten, aber maximal 15 kg bereit.

Sollte die Lage sich verschaerfen – sprich sollten die Rebellen nach Ndjamena Abeche angreifen – werden zunaechst Regruppierungsorte angesteuert und dann die franzoesiche Militaerbasis. Danach werden uns Militaer- oder UN-Flugzeuge ausser Landes bringen. Sobald ich Neuigkeiten und Internetzugang habe, melde ich mich wieder.

Zur besseren Uebersicht:
Tschad-Karte mit Fluechtlings- und Binnenfluechtlingslagern (pdf)

Lieben Gruss - Cornelia

1. February 2008von Cornelia Walther

Impfkampagne gegen Kinderlaehmung

Eine Mutter hält ihr Kind im Arm, während es eine Schluckimpfung gegen Kinderlähmung erhält. Foto: Cornelia Walther.Nach vier Tagen in Biltine, Hauptort der Region Wadi Fira, bin ich nun wieder zurueck in Abeche und geniesse den hiesigen Luxus: Strom, Leitungswasser, Internet – toll!

Ich war zusammen mit unserem Gesundheitsexperten, einem Azrt aus dem Tschad, im Rahmen der 1. Nationalen Impftage gegen Kinderlaehmung 2008 unterwegs. UNICEF unterstuetzt die tschadische Regierung mit Impfstoffen, technischem Know-how und mehr. Weltweit stellt UNICEF die meisten Impfstoffe bereit.

Die Folgen von Kinderlaehmung, einer Krankheit, die in Deutschland heute so gut wie ausgerottet ist, sind unwiderruflich. Polio – „Shallal“ im lokalen tschadischen Dialekt – faengt wie eine Grippe an und hoert mit lebenslanger Laehmung auf. Die Schluckimpfung hat keine Nebenwirkungen und zielt auf Kinder bis zu fuenf Jahren - gleichgueltig ob sie in ihren Doerfern oder in einem Fluechtlingslager leben.

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24. January 2008von Cornelia Walther

Uebersicht Ost-Tschad und UNICEF-Aktion

Flüchtlinge im Tschad.

So – hier noch einige Basisinfos hinsichtlich der Situation im Tschad: Seit 2004 kamen ueber 235.000 Fluechtlinge aus dem Sudan in den Osten des Tschads, wo sie nun in zwoelf Fluechtlingslagern entlang der 600 km langen Grenze zum Darfur leben. Circa 60 Prozent von ihnen sind Frauen und Kinder. Die Eskalation der Gewalt entlang der gemeinsamen Grenze Tschad/Sudan hat zur internen Vertreibung von circa 180.000 Tschadiern gefuehrt – ueber 80 Prozent von ihnen sind Frauen und Kinder. Hinzu kommen 48.000 Fluechtlinge, die aufgrund von Unsicherheit in der Zentralafrikanischen Republik geflohen sind und nun in drei Fluechtlingslagern im Sueden des Landes angesiedelt sind.

Trotz einer Verschlechterung der Sicherheitslage in den vergangenen Monaten - und somit verringertem Zugang zu Fluechtlingslagern und Vertriebenenkamps – gelingt es der humanitaeren Gemeinschaft nach wie vor, die grundlegenden Dienstleistungen zu gewaehrleisten. UNICEFs Arbeit zielt durch eine Vielzahl von Maßnahmen auf Fluechtlinge, aber ebenso auf die lokale Bevoelkerung. An erster Stelle stehen der Bau von Wasser-und Abwasserinfrastruktur, die Impfung von Kindern gegen Masern und ihre Versorgung mit Vitamin A, Medikamenten, impraegnierten Moskitonetzen, Decken, Notfall-Kits sowie speziellen Ernaehrungsprodukten gegen Unterernaehrung, sowie der Bau neuer Klassenraeume, die Ausbildung von Lehrern und die Bereitstelllung von Lernmaterialien.

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