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7. March 2008von Anna Stechert

AIDS-Aufklärung in Aceh

Nach Schulschluss haben die Mädchen die Moeglichkeit, sich ueber AIDS zu informieren. Foto: UNICEF / Anna StechertAIDS ist ein Tabuthema in Aceh, der einzigen Provinz Indonesiens, in der das strenge islamische Sharia-Gesetz gilt. Kaum, dass AIDS in den Nachrichten erwaehnt wird - auch im Biologieunterricht wird das Thema grundsaetzlich vermieden. Zu Hause wird AIDS nicht diskutiert. Als Konsequenz haben Jugendliche keine Moeglichkeit, sich zu informieren. Dabei gibt es Faelle von HIV in Aceh; 6 Faelle sagt das Gesundheitsministerium. UNICEF vermutet, dass die wirkliche Zahl viel hoeher liegt.

Umso toller finde ich die Arbeit von Yakita, einer indonesischen Partnerorganisation von UNICEF. Yakita ist seit dem Tsunami hier in Aceh aktiv und besteht hauptsaechlich aus jungen, hoch motivierten Leuten. Unermuedlich versucht Yakita im schwierigen hoch religioesen Umfeld, Jugendliche ueber AIDS aufzuklaeren – mit der Unterstuetzung von UNICEF.

Heute habe ich endlich einmal Zeit, mir die Arbeit von Yakita vor Ort anzuschauen. Als ich in der Junior High School 13 in Banda Aceh amkomme, ist die besondere Schulstunde schon in vollem Gange.

30 Siebt-Klaesslerinnen sind heute nachmittag gekommen, nach Schulschluss, um sich ueber HIV/AIDS zu informieren. Sri, eine Helferin von Yakita, steht vor der Tafel, auf der sie gross “HIV/AIDS kann uns alle treffen” geschrieben hat. Gerade einmal 23 Jahre ist sie alt, voller Energie erzaehlt sie von der Geschichte des Virus, Wege der Uebertragung, und – besonders wichtig – wie man Ansteckung vermeiden kann.

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20. February 2008von Anna Stechert

“Ich liebe meine neue Schule!”

Schüler vor der von UNICEF neu gebauten Schule in Lhoksimeulue. Foto: UNICEF / Anna Stechert.Wir fahren ungefaehr eine halbe Stunde auf Hoppelwegen durch die entlegenden Doerfer in Aceh Besar, vorbei an gruenen Reisfeldern und Wasserbueffeln, durch den Dschungel und wieder hinaus. Wir sind auf dem Weg nach Lhoksimeulue, wo wir uns mit Lehrern und Schuelern in einer neugebauten UNICEF-Schule treffen.

Lhoksimeulue ist ein sehr armes Dorf, und man kann das auch an den 300 Kindern sehen, die hier die Grundschule besuchen. Viele von ihnen tragen keine Schuhe, die Schuluniform hat Risse, das Kopftuch ist fleckig.

Aber das tut der lebendigen Stimmung keinen Abbruch. Waehrend ich mit den Lehrern im neuen Lehrerzimmer sitze, druecken sich draussen die Kinder an den Fenstern die Nasen platt. Wenn ich winke, kichern sie los und ducken sich, nur um an einem anderen Fenster wieder aufzutauchen.

“Wir sind sehr gluecklich ueber die Schule”, sagt Lehrerin Sarwati. Das zweistoeckige Gebaeude hat 9 Klassenzimmer, endlich ist hier genug Platz. “In unserer alten Schule hatten wir teilweise 70 Schueler im Klassenzimmer, weil einfach nicht genuegend Platz da war”, erzaehlt sie.

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28. January 2008von Cornelia Walther

Bonjour aus Bahai

Ein Grundschullehrer im Flüchtlingslager Oure Cassonie kontrolliert - umgeben von seinen Schülern - ihre Hausaufgaben. Foto: Cornelia Walther.Nach drei Tagen in Bahai - ganz im Nordosten des Tschads, Sand soweit das Auge reicht und eiskalter Wind - bin ich wieder zurueck in Abeche, dem Ort wo ich basiert bin.

Ziel der Mission in Bahai war zum einen der Besuch von Kindergaerten im Fluechtlingslager von Oure Cassonie, deren Bau UNICEF in 2007 finanziert hat; und zum anderen die Diskussion mit Jugendgruppen bezueglich des Projektes eines Youth-Newsletters. Oure Cassonie ist mit 28.000 Fluechtlingen eines der groessten Kamps hier im Tschad – und auch eines derjenigen, welches am riskantesten liegt, in direkter Nachbarschaft zu Darfur.

Wie stets war das Zusammentreffen mit den Jugendlichen ein echtes Vergnuegen. Trotz der schlimmen Erfahrungen, die viele von ihnen hinter sich haben, ist soviel Freude und Hoffnung in ihre Gesichter geschrieben. Manche haben Eltern, Geschwister, Freunde bei Rebellenangriffen im Sudan verloren und sind mit nichts als den Kleidern, die sie im Augenblick der Attacke trugen, ueber die Grenze geflohen. Nach tagelangen Fussmaerschen sind sie in Oure Cassonie angekommen und haben dort Zuflucht gefunden. Alle, egal ob sechs oder sechzehn Jahre alt, wollen lernen; sie verstehen, dass die Schule ihre Tuer in eine bessere Zukunft sein kann.

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26. December 2007von Anna Stechert

Eine neue Schule für Lamkunyet

Eine neue Schule für Lamkunyet“Anna! Anna! Hallo Anna!” Kaum betrete ich den Schulhof der Grundschule in Lamkunyet, bin ich umringt von Schulkindern. Ich liebe es, in den Projekten unterwegs zu sein, viele Kinder und Erwachsene kennen mich inzwischen gut. In Lamkunyet bin ich häufig, denn UNICEF hat hier unter anderem die Grundschule und öffentliche Toilettenhäuser neu gebaut. Ungefähr 500 Familien leben in dem kleinen Dorf. Es liegt im ehemaligen Rebellengebiet und ist nur über eine kleine, holprige Straße zu erreichen. Während des 30jährigen Bürgerkriegs war Lamkunyet komplett von der Außenwelt abgeschnitten. Heute ist das Dorf total verarmt und es fehlt an allem - Lehrern, Ärzten, sanitären Einrichtungen. Das schwere Erdbeben vom 26.12.2004 hat das sowieso schon alte Schulgebäude zum Einsturz gebracht.

Inzwischen hat sich viel verändert. Seit dem Friedensabkommen zwischen der indonesischen Regierung und den GAM-Rebellen vom August 2005 sind viele Dörfer für Hilfsorganisationen wie UNICEF endlich erreichbar. Im Mai haben knapp 300 Schüler aus Lamkunyet ihre von UNICEF neu gebaute, erdbebensichere Schule bezogen: sechs Klassenzimmer, getrennte Toiletten für Jungen und Mädchen, ein großer Schulhof, eine Bibliothek - endlich ist hier richtig Platz zum Lernen und Spielen. “Wir können jetzt auch Sportturniere veranstalten oder Tanzkurse anbieten”, freut sich eine der Lehrerinnen. Gerne würde ich mich noch ein wenig mit ihr unterhalten, doch die Kinder zerren schon an mir. Sie wollen, daß ich ein Foto von ihnen mache. Sie rennen auf den Schulhof und posieren wie kleine Models. Ich muss lachen.

23. December 2007von Anna Stechert

Zahnbürsten für Schulkinder

Hygiene an Schulen“Hey, du hast deine Tüte nicht in den Mülleimer geworfen! Heb sie bitte auf und tu sie in den Eimer”, ruft Sariana. Die Fünftklaesslerin ist eine von zehn Freiwilligen an der Neusok Teubalui Grundschule. Sie hilft, die Schule sauber zu halten und ihre Mitschüler über Hygiene aufzuklären. Eka von der UNICEF-Partnerorganisation IRD unterstützt die 123 Schüler und neun Lehrer bei dem Programm. Jeden Tag kommt sie mit zwei Kolleginnen vorbei. Gemeinsam üben die Klassen das Händewaschen mit Seife, singen Lieder über die Gefahren von Bakterien und lernen, den Müll richtig zu trennen. “Wir müssen dafür sorgen, daß richtiges Verhalten Routine wird - so lange die Kinder noch jung genug zum Lernen sind”, sagt Eka.

“UNICEF ermöglicht uns, den Kindern richtiges Hygieneverhalten beizubringen”, sagt der Schulleiter. “Ich kann gar nicht beschreiben, wie dankbar wir für diese Unterstützung sind.” Vor jedem der sechs Klassenzimmer steht ein großer, bunter Mülleimer. Jeden Morgen putzen alle zusammen ihre Zähne. Jedes Kind hat von UNICEF einen kleinen Waschbeutel mit Zahnbürste und Zahnpasta, einem kleinen Handtuch und Seife bekommen. “Früher wusste ich gar nicht, wie wichtig zum Beispiel Händewaschen ist”, sagt Sariana. “Aber jetzt bin ich richtig gründlich, denn ich will nicht krank werden.”

21. December 2007von Anna Stechert

Eine kinderfreundliche und erdbebensichere Schule

Kinderfreundliche und erdbebensichere permanente Schule in Peukan BadaAlle paar Wochen schaue ich in meiner Lieblingsschule vorbei, SDN 1 Peukan Bada. Die Schule wurde komplett vom Tsunami weggespült. Von 310 Schülern überlebten gerade einmal 76. Ich habe die Schule eng auf ihrem Weg zurück in die Normalität begleitet. Besonders beeindruckt sie mich heute durch die motivierten Lehrer (keine Selbstverständlichkeit!) und die fröhlichen, engagierten Schüler.

Zuerst hatte UNICEF in einem Schulzelt Unterricht organisiert, im Juli 2005 zogen die Kinder dann in eine UNICEF-Übergangsschule um. Vor fast genau einem Jahr konnte dann der Umzug in die von UNICEF gebaute, kinderfreundliche und erdbebensichere neue Schule stattfinden. Sie ist wirklich schön geworden - sechs große Klassenzimmer, getrennte Toiletten für Mädchen und Jungen, mit einer Toilette für Kinder im Rollstuhl, eine Bibliothek und ein riesiger Pausenhof. Inzwischen tummeln sich hier 130 Schüler - und es werden immer mehr. Die Schule sieht heute noch besser aus als am ersten Tag. Die Klassenzimmer sind geschmückt und sauber, alle packen mit an. Die ehemalige Übergangsschule dient nun als Kiosk und Veranstaltungsraum für die ganze Gemeinde.