Krise im Tschad: Hausarrest in Abeche
Wie viele von Ihnen vielleicht in den Medien mitverfolgt haben, ist die Lage im Tschad momentan sehr gespannt. Die Rebellen sind in direkter Konfrontation mit der nationalen Armee, in der Hauptstadt sind in diesem Augenblick Strassenkaempfe im Gange.Ein Grossteil der Auslaender, die in N’Djamena leben, darunter die meisten unserer internationalen UNICEF-Kollegen, wurden im Laufe der letzten Tage in die umliegenden Laender evakuiert und sind in Sicherheit.
Im Osten ist die Lage momentan weitgehend ruhig – abgesehen von Soldaten und Panzern, die in der Stadt stationiert sind, sowie zirkulierenden Helikoptern, die mittlerweile zum Himmelsbild gehoeren wie in Schwaben die Schwalben.
Hier in Abeche sind wir von UNICEF, zusammen mit allen anderen humanitaeren Arbeitern, in Alarmstellung. Hausarrest wurde deklariert, und so sitzen wir mit Handset am Ohr – das Mobilfunknetzt funktioniert seit Donnerstag nicht mehr – in Startposition. Jeder hat einen Sack mit dem Noetigsten, aber maximal 15 kg bereit.
Sollte die Lage sich verschaerfen – sprich sollten die Rebellen nach Ndjamena Abeche angreifen – werden zunaechst Regruppierungsorte angesteuert und dann die franzoesiche Militaerbasis. Danach werden uns Militaer- oder UN-Flugzeuge ausser Landes bringen. Sobald ich Neuigkeiten und Internetzugang habe, melde ich mich wieder.
Zur besseren Uebersicht:
Tschad-Karte mit Fluechtlings- und Binnenfluechtlingslagern (pdf)
Lieben Gruss - Cornelia

