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23. August 2008von Anna Stechert

Drei Geschwister

Kinder im KinderzentrumIn einem UNICEF Kinderzentrum am Rande von Labutta treffe ich Aye Aye Soe, elf Jahre alt, und ihre beiden kleinen Geschwister, Aye Mya Moe (7) and Ye Htet Kyaw (3). Die zwei Mädchen und ihr kleiner Bruder sind während des Zyklons von ihren Eltern getrennt worden.

“Wir waren zu Hause, als der Sturm losging, und meine Mutter rannte und suchte meinen Vater, der auf den Reisfeldern arbeitete”, erzählt Aye Aye Soe. Der Sturm wurde stärker, und das Haus fiel auseinander. Die drei Kinder rannten zu den Nachbarn, doch auch da war das Haus schon zusammengefallen. Und dann kam das Wasser. Den ganzen Beitrag lesen

21. August 2008von Anna Stechert

Kinderzentrum

Kinderzentrum 01Endlich, endlich komme ich dazu, meine Bilder aus Aceh an Kinder in Myanmar zu verteilen. Wir fahren mit dem Boot etwa eine halbe Stunde, bevor wir am schlammigen Ufer anlegen. Über einen schmalen Baumstamm gehen wir den Hügel hinauf und machen uns auf den Weg nach Kyet Taung Chaung. Das allein ist schon ein Abenteuer. Etwa 15 Minuten lang dauert der Weg, und um das Dorf zu erreichen, müssen wir auf dünnen Baumstämmen balancieren, uns durch Büsche schlagen und über wacklige kleine Brücken laufen. Natürlich landen wir mehrfach im wadentiefen Schlamm. Zum Glück regnet es heute wenigstens nicht. Den ganzen Beitrag lesen

20. August 2008von Anna Stechert

Hilfe im strömenden Regen

Hilfe im strömenden Regen 01Anders als in Aceh ist man hier hauptsächlich per Boot unterwegs. Die meisten Dörfer sind auf anderem Wege gar nicht erreichbar. Und so steigen wir am frühen Morgen in ein etwas klappriges Gefährt, das aber, wie mir mein Kollege erklärt, total sicher sein soll. Zur Sicherheit haben wir aber doch Schwimmwesten dabei.

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19. August 2008von Anna Stechert

Schulrucksäcke für die Kinder in Bogalay

Schulrucksäcke für die Kinder in Bogalay 01Wir fahren dem UNICEF-Laster zur Auk Paing Schule in Bogalay hinterher. Hier wollen wir heute Rucksäcke gefüllt mit Schulmaterialien an alle 617 Schüler verteilen. Die Schule ist in einem ärmlichen Zustand, es gibt gerade einmal drei Schülertoiletten, die aber sowieso keiner benutzt. Seit dem Zyklon gibt es keinen Strom mehr, und weil der Himmel durch den Monsun ständig grau ist, ist es eigentlich zu dunkel in den Klassenzimmern. Eine Turnhalle gibt es auch nicht, und das bedeutet, dass während des sechsmonatigen Monsunregens der Sportunterricht ausfällt. Viele der Kinder können sich die Schuluniform nicht leisten, die meisten haben noch nicht einmal Schuhe an.

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19. August 2008von Anna Stechert

“Ihr wisst nicht, wie wichtig eure Hilfe ist.”

Ich bin aufgeregt: Mein erster Besuch in einer völig unbekannten Krisenregion. In Aceh kann ich jederzeit in ein Projekt fahren, aber hier habe ich gerade einmal drei Tage, um alle Informationen zu bekommen, die ich brauche. Vier Tage hat es gedauert, die Genehmigung zu bekommen, ins Irrawaddy Delta zu fahren. Jetzt geht es los, mit einem Hubschrauber des Welternährungsprogramms. Wir fliegen ueber flaches Land, Reisfelder ohne Ende, und mehr und mehr entdecken wir die Spuren der Katastrophe, die dieses wunderschoene Land verwüstete. Häuser, selbst grössere Gebäude haben kein Dach mehr, von manchen steht nur noch ein Gerippe. Wir überfliegen eine grosse Wasserfläche. “Hier war einmal ein Dorf”, sagt meine Kollegin Angela. Übrig geblieben ist nicht einmal ein Haus.

Nach einer Stunde landen wir in Bogalay auf einem Sportplatz. Nachdem ich mich bei den örtlichen Militaerbehörden gemeldet habe, fahren wir erstmal ins UNICEF Warenlager. Dort treffe ich auf drei Hebammen, die gerade dabei sind, kistenweise Impfstoffe auf ihre Fahrräder zu laden. “Mein Dorf ist etwa zwei Stunden per Boot entfernt”, erzählt mir eine der Frauen. “Alles ist dort kaputt. Meine Medikamente sind ruiniert, meine Instrumente, alles zerstört.” Sie ist für 17 Doerfer verantwortlich, für insgesamt 12.000 Menschen. Mit den UNICEF Medikamenten kann sie ihre Patienten wieder für eine Weile versorgen. “Danke, UNICEF”, sagt sie und nimmt meine Hand. “Ihr wisst nicht, wie wichtig eure Hilfe ist.”

12. August 2008von Anna Stechert

Myanmar: Ein neues Lagerzentrum für Impfstoffe

Eröffnungszeremonie: UNICEF und WHO übergeben ein Lagerzentrum für Impfstoffe an das Myanmarische Gesundheitsministerium. Foto: UNICEF/Anna Stechert.“Mingalabar” – viele Gruesse aus Myanmar. Es ist schon aufregend, nach ueber drei Jahren in einem anderen Land zu arbeiten. So viele neue Leute, neue Themen und Projekte, neue Perspektiven. Ich sprudel ueber vor Ideen, und mir wird schon nach zwei Tagen klar, dass fuenf Wochen eigentlich viel zu kurz sind, um alle in die Tat umzusetzen.

Heute hatten wir dann auch schon unsere erste Zeremonie: UNICEF und WHO haben ein Lagerzentrum fuer Impfstoffe an das Myanmarische Gesundheitsministerium uebergeben. Das Gebaeude ist riesig und beinhaltet drei Kuehl- und vier Gefrierraeume. Nun kann hier ein 8-Monatsvorrat von sechs verschiedenen Impfstoffen, u.a. Masern, Polio und Hepatitis B, temperaturgerecht gelagert werden. Von hier aus werden die Dosen dann im ganzen Land verteilt, die Kuehlkette geht also von Yangon ueber die einzelnen Distrikte bis hin zu den oertlichen Gesundheitsstationen. Diese neue Anlage war noetig geworden, weil sich die Anzahl der Impfkampagnen vor allem seit der Katastrophe immer weiter vergroessert hat und es nicht genuegend Platz fuer die ganzen Impfstoffe gab.

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4. August 2008von Anna Stechert

Eine neue Herausforderung

Ich wurde gebeten, UNICEF in Myanmar fuer 5 Wochen zu unterstuetzen. Schon Ende dieser Woche soll es losgehen. Ich bin mir, ehrlich gesagt, noch gar nicht sicher, was mich dort erwartet und suche schon etwas panisch sämtliche Informationen ueber Myanmar und der Katastrophe dort zusammen, die ich finden kann. So viel Zeit zur Vorbereitung habe ich ja nicht, zumal ich ja auch noch meine Arbeit in Banda Aceh weiter machen muss. Den ganzen Beitrag lesen

7. March 2008von Anna Stechert

AIDS-Aufklärung in Aceh

Nach Schulschluss haben die Mädchen die Moeglichkeit, sich ueber AIDS zu informieren. Foto: UNICEF / Anna StechertAIDS ist ein Tabuthema in Aceh, der einzigen Provinz Indonesiens, in der das strenge islamische Sharia-Gesetz gilt. Kaum, dass AIDS in den Nachrichten erwaehnt wird - auch im Biologieunterricht wird das Thema grundsaetzlich vermieden. Zu Hause wird AIDS nicht diskutiert. Als Konsequenz haben Jugendliche keine Moeglichkeit, sich zu informieren. Dabei gibt es Faelle von HIV in Aceh; 6 Faelle sagt das Gesundheitsministerium. UNICEF vermutet, dass die wirkliche Zahl viel hoeher liegt.

Umso toller finde ich die Arbeit von Yakita, einer indonesischen Partnerorganisation von UNICEF. Yakita ist seit dem Tsunami hier in Aceh aktiv und besteht hauptsaechlich aus jungen, hoch motivierten Leuten. Unermuedlich versucht Yakita im schwierigen hoch religioesen Umfeld, Jugendliche ueber AIDS aufzuklaeren – mit der Unterstuetzung von UNICEF.

Heute habe ich endlich einmal Zeit, mir die Arbeit von Yakita vor Ort anzuschauen. Als ich in der Junior High School 13 in Banda Aceh amkomme, ist die besondere Schulstunde schon in vollem Gange.

30 Siebt-Klaesslerinnen sind heute nachmittag gekommen, nach Schulschluss, um sich ueber HIV/AIDS zu informieren. Sri, eine Helferin von Yakita, steht vor der Tafel, auf der sie gross “HIV/AIDS kann uns alle treffen” geschrieben hat. Gerade einmal 23 Jahre ist sie alt, voller Energie erzaehlt sie von der Geschichte des Virus, Wege der Uebertragung, und – besonders wichtig – wie man Ansteckung vermeiden kann.

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25. February 2008von Anna Stechert

1 Monat Vorschule zum Preis einer Schachtel Zigaretten

Kinder im Early Childhood Center in Mirdup Lamredup. Foto: UNICEF / Anna StechertSchon von draussen koennen wir einen Krach hoeren, den man grob als Gesang bezeichnen koennte. Den Grund fuer den erhoehten Laermpegel sehen wir, sobald wir das Early Childhood Center (ECD) in Mirdup Lamredup betreten. 15 Kinder im Vorschulalter lernen ein Lied ueber die Wochentage. Lauthals groelen sie, oftmals bricht spontanes Gelaechter aus, wenn sich einer verhaspelt oder den Tag verwechselt. Wieder und wieder singen sie das Lied, bis es auch der letzte kleine Knirps auswendig kann. Dann jubeln alle zusammen ueber ihren Erfolg.

“Das erste, was ich gelernt habe, ist geduldig zu sein”, lacht Wirda, die Kindergaertnerin hier. Jeden Morgen von 8.30 bis 11 Uhr hat sie etwa 20 Kinder zwischen 2 und 6 Jahren in ihrer Obhut; unterstuetzt wird sie dabei von 2 weiteren Helfern. Bezahlt werden sie fuer diese Arbeit nicht, weshalb die meisten einen zweiten Job annehmen muessen.

Ich bin begeistert von ihrem Enthusiasmus, ihrer Motivation und ihrer Froehlichkeit. Sie geniesst es, von der Kinderschar umgeben zu sein.

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20. February 2008von Anna Stechert

“Ich liebe meine neue Schule!”

Schüler vor der von UNICEF neu gebauten Schule in Lhoksimeulue. Foto: UNICEF / Anna Stechert.Wir fahren ungefaehr eine halbe Stunde auf Hoppelwegen durch die entlegenden Doerfer in Aceh Besar, vorbei an gruenen Reisfeldern und Wasserbueffeln, durch den Dschungel und wieder hinaus. Wir sind auf dem Weg nach Lhoksimeulue, wo wir uns mit Lehrern und Schuelern in einer neugebauten UNICEF-Schule treffen.

Lhoksimeulue ist ein sehr armes Dorf, und man kann das auch an den 300 Kindern sehen, die hier die Grundschule besuchen. Viele von ihnen tragen keine Schuhe, die Schuluniform hat Risse, das Kopftuch ist fleckig.

Aber das tut der lebendigen Stimmung keinen Abbruch. Waehrend ich mit den Lehrern im neuen Lehrerzimmer sitze, druecken sich draussen die Kinder an den Fenstern die Nasen platt. Wenn ich winke, kichern sie los und ducken sich, nur um an einem anderen Fenster wieder aufzutauchen.

“Wir sind sehr gluecklich ueber die Schule”, sagt Lehrerin Sarwati. Das zweistoeckige Gebaeude hat 9 Klassenzimmer, endlich ist hier genug Platz. “In unserer alten Schule hatten wir teilweise 70 Schueler im Klassenzimmer, weil einfach nicht genuegend Platz da war”, erzaehlt sie.

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