Als sich Mitte Dezember 2010 Mohamed Bouazizi, ein Gemüsehändler aus Tunesien, umbrachte, weil er für sich keine Lebensperspektive mehr sah, setzte in der arabischen Welt ein Aufstand ein, der sich im gesamten vergangenen Jahr fortsetzte und noch immer kein Ende nimmt. In kürzester Zeit kam es zu einer Kettenreaktion und die Bevölkerung zahlreicher arabischer Länder begann, ihren Unmut über ihre Lebensbedingungen öffentlich zu äußern und sich nicht länger von der Gewalt ihrer Herrscher einschränken zu lassen.
Dies ist die Bewegung, die vielen von euch mit Sicherheit als „Arabischer Frühling“ oder „Arabellion“ aus Fernsehen, Radio und Tageszeitungen bekannt ist.
Hierbei waren es vor allem junge Menschen, die in Städten wie Tunis, Kairo oder Sana’a auf die Straßen gingen und eine bessere Zukunft forderten. Deshalb sind es nun auch vor allem Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, für die es umso wichtiger ist, welche Folgen die Entwicklungen des vergangenen Jahres haben.
Welche Macht Jugendliche und junge Erwachsene bei den Aufständen tatsächlich hatten, welche Chancen sich für sie nun ergeben und welche Problemen sie in den arabischen Ländern weiterhin haben, dem wollte die UNICEF-Hochschulgruppe in Dresden im Rahmen eines Vortragsabends genauer nachgehen.
Unter dem Titel „Der Arabische Frühling – eine Revolution von der Jugend für die Jugend?“ wollten wir vor allem auch jungen Menschen hier in Deutschland näherbringen, mit welchen Problemen sich ihre Altersgenossen in dieser Region konfrontiert sehen und mit welchem Elan und welcher Energie sie zum Teil seit Monaten gegen ihre Herrscher ankämpfen.
In der prunkvollen Atmosphäre des Festsaals der Dresdner Universität diskutierten hochrangige Gäste aus Wirtschaft, Politik und Recht darüber, was das eigentlich war, was in den arabischen Ländern im vergangenen Jahr passierte und wohin es in den kommenden Jahren führen kann.
Dabei fiel die Beurteilung durchaus kritisch aus: So steigt die Anzahl an jungen Menschen in der arabischen Region verhältnismäßig immer weiter an, sodass es umso wichtiger ist, gute Lebensbedingungen und Zukunftschancen für die junge Generation zu schaffen. Doch auch nach dem Machtwechsel in Ägypten oder Tunesien sind vor allem junge Menschen in den Ländern des Arabischen Frühlings weiterhin zahlreich ohne Arbeit, zuweilen haben sich gerade für junge Menschen die Lebensbedingungen durch die chaotischen Zustände in Ägypten oder Syrien gar noch verschlimmert!
Trotzdem ist es noch keine Zeit dafür, die Hoffnung zu verlieren. Der Wille und die Energie der jungen Menschen im vergangenen Jahr haben gezeigt, welches Potenzial und Engagement vor Ort besteht. Auf dieser Basis, so wünschten es sich auch die Gäste und Teilnehmer der Podiumsdiskussion, ist zu hoffen, dass ihr Einsatz schon bald auch Früchte trägt und der “Arabische Frühling” nicht nur von der Jugend getragen wurde, sondern auch für die Jugend eine bessere Zukunft mit sich bringt.
Dieser Beitrag wurde am Montag, den 2. Juli 2012 um 08:10 Uhr veröffentlicht und unter der Kategorie Allgemein, Kinderrechte angelegt. Die Kommentare zu diesen Beitrag können durch den RSS 2.0 Feed verfolgt werden.



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