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13. Februar 2012 von

Kindersoldaten – Waffen in Kinderhänden

Kindersoldat in der Republik Kongo

Was ein Kind wohl fühlt, wenn es zum Kriegsdienst gezwungen wird, Waffen in der Hand halten muss, Menschen tötet und verängstigt. Den Gedanken, Kinder für den Krieg zu missbrauchen, finde ich unvorstellbar und furchtbar.

Ishmael Beah

In Kontakt mit dem Thema Kindersoldaten bin ich das erste mal 2007 auf dem J8-Gipfel in Wismar gekommen. Ishmael Beah, der selbst als Kindersoldat in der Regierungsarmee Sierra Leones dienen musste, teilte ganz eindrücklich seinen eigenen Erfahrungen und Erinnerungen mit uns. Er erzählte wie er selbst töten musste, um zu überleben und wie er und die anderen Kinder mit Drogen versorgt wurden, um die Hemmschwelle dafür zu senken.
Mich haben seine Erzählungen sehr berührt und trotzdem konnte ich mir schwer vorstellen, dass das nicht nur das unglückliche Schicksal einer Person ist sondern viele Kinder betrifft. UNICEF geht zur Zeit von 250.000 Kindersoldaten aus, darunter Jungen wie Mädchen.
Vor genau 10 Jahren, am 12.2.2002, trat das Zusatzprotokoll der UN-Kinderrechtskonvention zum Verbot des Einsatzes von Kindern als Soldaten in Kraft. Seit dem wird der Einsatz von Kindersoldaten als Kriegsverbrechen verfolgt – zumindest offiziell. 143 Staaten sind dem Abkommen bisher beigetreten. Im April 2011 veröffentlichte der UN-Sicherheitsrat 15 Ländern, in denen dennoch über 60 bewaffnete Gruppen Kinder für ihre Kämpfe einsetzten, darunter die Republik Kongo, Irak, Myanmar, Nepal, Somalia, Sudan, Südsudan.

ehemalige Kindersoldatin

Selbst, wenn der Krieg zu Ende ist und die betroffenen Kinder dem Krieg nicht mehr dienen, kann keiner die Zeit rückgängig machen und ihnen die Bilder und Erinnerungen dieser Zeiten nehmen und ihre Kindheit zurückgeben. Viele leiden an Schlafstörungen, viele leiden an Schuldgefühlen, viele werden von der Gesellschaft nicht mehr akzeptiert und ihnen wird mit Furcht entgegnet.
Was ein Kind wohl dann fühlt, das ist für mich genauso schwer vorstellbar.

Dieser Beitrag wurde am Montag, den 13. Februar 2012 um 09:17 Uhr veröffentlicht und unter der Kategorie Allgemein, Kinderrechte angelegt. Die Kommentare zu diesen Beitrag können durch den RSS 2.0 Feed verfolgt werden.

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