Kinderrechte - dieses Wort habe ich vor anderthalb Jahren zum ersten Mal gehört, und zwar in der dritten Klasse von Frau Mayer, meiner Lehrerin an der Johann-Peter-Hebel-Schule in Bruchsal. Weil mein Papa aus Kamerun kommt und schon viel erzählt hat über die Situation der Kinder in Afrika, konnte ich mir gleich vorstellen, worum es da geht. Seitdem engagiere ich mich als Juniorbotschafterin des Kinderhilfswerks Unicef für die Einhaltung der Kinderrechte. Ich erkläre bei Veranstaltungen den Kindern ihre Rechte – zum Beispiel ihr Recht auf Gesundheit und auf Bildung, aber auch auf Freizeit und Erholung – und kläre sie über die Situation der Kinder in anderen Ländern auf.
Am 19. November 2009 wurde die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen – das ist so etwas wie ein Verein, dem fast alle Länder dieser Welt angehören – 20 Jahre alt (eine Konvention ist so ähnlich wie ein Vertrag: Die Kinderrechtskonvention legt die Rechte der Kinder fest, die Länder unterschreiben und sollen sich dann daran halten). Zu diesem runden Geburtstag fand in Berlin eine Pressekonferenz mit dem Titel “Hand drauf – 20 Jahre Kinderrechte” statt, an der ich drei Minuten zum Thema “Versprechen der Erwachsenen und deren Einhaltung” reden durfte.
Eigentlich sollte auch der Bundespräsident kommen – er ist der wichtigste Mann in Deutschland und heißt Horst Köhler. Leider musste er aber absagen. Es kamen: Dirk Niebel, der neue Entwicklungsminister; Sabine Christiansen, Journalistin und Moderatorin; Hilde Johnson, stellvertretende Geschäftsführerin von Unicef international; Regine Stachelhaus, Geschäftsführerin von Unicef Deutschland; Rudi Tarneden, Pressesprecher von Unicef; und Ronny Mai – er kommt aus Karlsruhe, ist 15 und ebenfalls Juniorbotschafter. Ja, und dann war auch ich noch eingeladen. Mein Name ist Dominique Eock, ich bin zehn Jahre alt und Schülerin der Klasse 5c am Heisenberg-Gymnasium in Bruchsal.
Mit meinem Vater Jean-Marie und Ronny bin ich am 18. November um 10.30 Uhr mit dem Flugzeug von Stuttgart nach Berlin gestartet. Als wir in Berlin ankamen, gings gleich weiter ins Hotel und von dort zu einer Stadtrundfahrt. Berlin ist unglaublich groß und sehr interessant. Abends trafen wir uns mit Rudi Tarneden, um den nächsten Tag noch einmal durchzugehen. Wir verbesserten unsere Reden, sprachen den Ablauf der Pressekonferenz durch und bekamen Infos über die anwesenden Personen. Dann gingen wir gemeinsam mit Frau Stachelhaus und Herrn Taneden essen. Die beiden waren schon in vielen Ländern, in denen Kinder Hilfe und Unterstützung brauchen. Sie haben den Bau von Schulen, ärztliche Hilfe sowie die Versorgung mit Lebensmitteln und vieles mehr ermöglicht. Es war ein sehr schöner Abend, an dem wir viel geredet haben und ich erstaunt war, wie gut die beiden mit Kindern umgehen können. Nach dem Abendessen ging es dann wieder ins Hotel und nach ein bisschen Fernsehen auch schon ins Bett.
Am nächsten Morgen wurde ich früh wach und ging mit meinem Papa in die Stadt, um einige Mitbringsel zu besorgen. Um 11 Uhr mussten wir wieder ins Unicef-Büro zum letzten Check: Ablauf, Betonung, Text usw. – alles haben wir noch einmal durchgesprochen. Und dann war es 12 Uhr: Treffen im Presseclub, im Haus der Bundespressekonferenz (das ist eine große Gruppe von Presseleuten, die für Medien in ganz Deutschland über die Politik in Berlin berichten.). Ein wenig aufgeregt war ich schon, als ich so vor meinem Mikrophon saß und auf meinen Einsatz wartete. Ca. 80 Reporter haben uns angesehen und viele Kameras waren auf uns gerichtet. Aber mein Herzklopfen war ganz schnell weg, so dass ich meinen Text ohne Probleme vortragen konnte. Nach der Konferenz gab es viele Interviews und es wurden jede Menge Fotos geschossen. Und dabei habe ich sogar mal selbst ausprobiert, wie es ist jemanden zu interviewen. Ich durfte Frau Christiansen ein paar Fragen stellen – das war echt super! Danach hat sie mich interviewt, was total lustig war, denn wenn sich jemand versprochen hatte, stoppte die Kamera und das gleiche wurde von vorne gefragt…
Die zwei Tage waren wunderschön und gingen wirklich vorbei wie im Flug – und dabei hätten wir fast noch eine Nacht länger in Berlin bleiben müssen. Wir haben nämlich beinahe den Zug nach Hause verpasst, weil wir noch etwas zum Trinken kaufen mussten. Aber Gott sei Dank haben wir es noch geschafft und nach fünf Stunden Fahrt kamen wir wieder wohlbehalten zu Hause an.
Ich bin sehr glücklich, Kindern helfen zu können, denen es nicht so gut geht wie vielen von uns. Aber auch ihr könnt für Kinderrechte kämpfen - schaut doch mal ins Internet unter www.juniorbotschafter.de!
Eure Dominique
von Dominique Eock, 10 Jahre, UNICEF-JuniorBotschafterin, Karlsruhe
Dieser Beitrag wurde am Tuesday, den 8. December 2009 um 11:21 Uhr veröffentlicht und unter der Kategorie JuniorBotschafter, Kinderrechte angelegt. Die Kommentare zu diesen Beitrag können durch den RSS 2.0 Feed verfolgt werden.

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