Endlich war unser großer Tag gekommen. Der Tag, an dem unsere Deklaration an die G8-Staatschefs durch unsere Delegierten überreicht wurde und der Tag, an dem die restlichen Jugendlichen in den “Palazzo Montecitorio”, den Sitz der Abgeordnetenkammer des italienischen Parlaments, eingeladen wurden.
Eine Stunde nach der Verabschiedung von Johanna ging es für uns los zum Parlament.
Nachdem wir durch den Sicherheitscheck gegangen sind, mussten wir erstmal ehrfürchtig vor diesem glamourösen und kunstvollen Gebäude innehalten. Was für ein Kontrast zum deutschen Parlament, welches mehr auf sterilen modernen Baustil aufgebaut ist! Laut Hannes und Michael kein Vergleich zu diesem wunderschön ausgeschmückten Gebäude.
In einem festlich geschmückten Saal erwarteten uns viele Kamerateams, Journalisten und fein angezogene Menschen. Darunter italienische Spitzenpolitiker wie der Vizepräsident der Abgeordnetenkammer, Maurizio Lupi und der Präsident von UNICEF Italien. Wir, die restlichen 40 J8-Teilnehmer nahmen gemeinsam mit den Politikern und UNICEF-Vertretern an einem langen Tisch Platz. Es wurden viele Reden gehalten, sowohl kurze als auch lange, sowohl von den Politikern als auch von uns. Doch eine Rede stach besonders hervor: Wir wurden von Maurizio Lupi gefragt, welche Auswirkungen unserer Meinung nach die Finanzkrise auf Entwicklungsländer hat. Hannes hielt dazu einen sowohl emotionalen als auch inhaltlich gut ausformulierten Vortrag, der alle ins Staunen versetzte. Während seiner Rede erhielt er als einziger einen Zwischenapplaus. Hierfür wurde er sogar von Lupi als “a great leader” gelobt.
Als wir nach der Sitzung das Gebäude verließen und uns auf den Weg zurück zur Unterkunft machten, fuhren wir an einer der vielen Demonstrationen (Anti-G8) vorbei, die kurzzeitig die Straße blockierte.
Das Treffen unserer 14 J8-Delegierten mit den Staatschefs verfolgten wir jubelnd per Live-Stream in unserem großen Plenarsaal. Johanna sahen wir leider nur kurz. Im Verlauf des weiteren Nachmittags bekamen wir Besuch von NAVE ITALIA. Unterstützt von der italienischen Marine organisiert diese NGO Jugendtreffen, die sich ebenfalls mit G8 und Jugendpartizipation beschäftigen. Auch Jugendliche mit körperlichen und geistigen Behinderungen bekommen hier besondere Berücksichtigung. Wir stellten uns gegenseitig unsere Deklarationen vor und lernten uns danach bei einem kleinen Snack näher kennen.
Kurz darauf trafen die J8-Delegierten wieder ein und wurden von uns mit Begeisterung empfangen. Sie erzählten uns von ihren persönlichen Erfahrungen mit den Spitzenpolitikern, bemängelten aber, dass die Zeit für eine wirkliche Diskussion zu kurz bemessen war. Wir hoffen, dass wir, wie auch andere Teams, noch die Möglichkeit bekommen, uns mit unserer Kanzlerin austauschen zu können.
Am Abend war natürlich Feiern angesagt. Leider mussten wir die Musik zur Nachtruhe um 3.30 Uhr dann doch ausgemacht werden.
Dieser Beitrag wurde am Thursday, den 9. July 2009 um 11:15 Uhr veröffentlicht und unter der Kategorie Junior8 angelegt. Die Kommentare zu diesen Beitrag können durch den RSS 2.0 Feed verfolgt werden.
