Um 6.00 stand ich auf, um noch vor dem Frühstück das erste Interview des Tages zu geben. Danach frühstückte ich und machte mich für die Fahrt nach L’Aquila bereit, die ich größtenteils verschlafen habe. Gestern hatten wir bis in die Nacht an der Abschlusserklärung gearbeitet.
Wir fuhren mit dem Bus 2 Stunden durch Italien bis wir in den Abruzzen ankamen. Die frische Bergluft war eine angenehme Abwechslung zum stickigen Rom. Wir hielten an einem Feuerwehrcamp an, das hauptsächlich aus Zelten bestand. Es wurde wegen der Erdbeben in L’Aquila errichtet, bei denen die italienische Feuerwehr rundum im Einsatz war. Wir besichtigten einige Geräte, die bei solchen Einsätzen benötigt werden. Den Rest der Fahrt über blieb ich wach, um die Aussicht zu genießen.
Als wir endlich, nach dem Durchqueren einiger Sicherheitsschleusen, in der Nähe des Tagungsgebäudes ankamen, mussten wir noch einmal warten, bis wir das Gebäude betreten durften. Dasselbe wiederholte sich noch einmal vor dem Saal, in dem die G8-Staatschefs gerade diskutierten. Dann durften wir endlich den Vorraum des Tagungssaals betreten, in dem wir die Staatschefs treffen würden. Ein Buffet mit kleinen, übrigens sehr leckeren Snacks stand bereit.
Und wieder mussten wir warten. Dann betraten die Staatschefs endlich den Raum. Es gab ein kurzes, lockeres Gespräch. Ich ging natürlich auf Angela Merkel zu – schließlich ist sie ja meine Kanzlerin. Sie begrüßte mich sehr freundlich und stellte mir einige Fragen, zum Beispiel zu mir und meinem J8-Team. Danach stellte sie mich den anderen Persönlichkeiten im Umkreis vor, wie zum Beispiel Nicolas Sarkozy oder auch Barrack Obama. Sie waren ebenfalls sehr freundlich und Obama, der sich bemühte, jeden zu begrüßen, machte einige Scherze mit den jungen Delegierten. Was uns allen auffiel: Fast alle J8-Delegierten, die am Meeting teilnahmen, waren weiblich. Ganz a la Angela Merkel. Nach kurzen zwei bis drei Minuten, die wir zum Gespräch hatten, hielt Camilla, das Mädchen aus dem italienischen Team, eine Ansprache und trug einige Punkte aus unserer „Declaration of Rome“ vor. Auch Silvio Berlusconi hielt als Gastgeber für den G8- und J8-Gipfel eine kurze Rede. Danach ging es zum Gruppenfoto nach draußen. Die Meinungen dazu waren geteilt: Manche fühlten sich sehr wichtig, bei mir war allerdings das Gegenteil der Fall – ich hatte das Gefühl, ohne die G8-Staatschefs wären wir unsichtbar für die Medien. Nach dem Foto verabschiedeten wir uns.
Ich war etwas enttäuscht von der kurzen Gesprächszeit, da ich gerne mehr über politische Forderungen diskutiert hätte. Nun hoffen mein Team und ich auf ein Follow-Up-Meeting mit unserer Bundeskanzlerin, um ihr unsere politischen Ideen genauer erklären zu können. Im Anschluss an das Treffen gaben wir eine Pressekonferenz, in der jeder seinen Eindruck vortrug. Nach einigen Fragen in die Runde sprachen wir noch mit nationalen Pressevertretern. Es kam mir in diesem Moment fast schon schwierig vor, meine Forderungen auf Deutsch statt auf Englisch zu vertreten. Im Anschluss hatten einige von uns noch Interviews im so genannten „Media Village“, wo ich unter anderem von RTL interviewt wurde.
Nach diesem sehr anstrengenden Tag mit viel Warten ging es dann wieder zurück in den Bus, in dem ich fast den gesamten Rest der Heimfahrt verschlief. Für einige kurze Interviews musste ich allerdings zwischendrin aufwachen. Daheim haben die anderen uns dann mit Luftballons und lautem Geschrei und Applaus begrüßt. Wir haben von unserem Tag bei den G8 berichtet und die anderen stellten uns noch viele Fragen. Der Tag endete mit einer spontanen Party… und mit dem Schreiben dieses Blogs…
Dieser Beitrag wurde am Thursday, den 9. July 2009 um 12:29 Uhr veröffentlicht und unter der Kategorie Junior8 angelegt. Die Kommentare zu diesen Beitrag können durch den RSS 2.0 Feed verfolgt werden.

Am 10. July 2009 um 18:35 Uhr
“Gestern hatten wir bis in die Nacht an der Abschlusserklärung gearbeitet.”
Spaß 
Wohl eher bis in die Nacht gefeiert