von Ronny Mai (UNICEF-JuniorBotschafter)
Früh am Mittwoch morgen so gegen 5 Uhr fuhren Frau Grass, meine Schulleiterin, und ich zum Flughafen Baden-Airport in Baden-Baden bei Karlsruhe. Wir flogen in einer sehr kleinen Maschine nach Berlin-Tegel, wo wir bereits erwartet wurden. Jochen, unser Taxifahrer, fuhr uns zum Hotel, dort luden wir unser Gepäck ab. Anschließend machten wir eine Rundfahrt durch Berlin und schauten uns alle sehenswerten Orte an. Abends trafen wir uns dann mit Herrn Tarneden von UNICEF und mit Nana Yaa und ihrem Vater. Wir besprachen die Pressekonferenz am nächsten Tag und bereiteten uns auf mögliche Fragen vor.
Am nächsten Morgen fuhren wir nach dem Frühstück zum Abgeordnetenhaus, in welchem die Pressekonferenz stattfand. Dort trafen wir Frau Deligöz, die Vorsitzende der Kinderkommission des Bundestages, Herrn Thierse, den Vizepräsidenten des Bundestages, welcher auch der Schirmherr der National Coalition ist, und Herrn Maywald, den Sprecher der National Coalition. Das Fernsehen und die Reporter kamen allmählich. Nun stieg die Nervosität in uns an. Sie ereichte ihren Höhepunkt als Herr Maywald uns vorstellte und uns bat, unsere Ansicht und Forderungen mitzuteilen.
Besonders wichtig ist mir, dass endlich die Kinderrechte ins Grundgesetz aufgenommen werden. Erschreckend, wie wenige überhaupt die Kinderrechte kennen. Es ist auch sehr ungerecht, dass Flüchtlingskinder ab 16 Jahren bereits nach Erwachsenenrecht behandelt werden. Besonders schlimm finde ich, dass für Millionen Kinder auf der Welt die Kinderrechte gar nicht eingehalten werden. Darüber sollte jeder Bescheid wissen und sich auch für diese Kinder einsetzen - vor allem die Politiker.
Unsere Forderungen und Verbesserungsvorschläge für die Bundesregierung überreichten wir Frau Deligöz in Form eines großen Denkzettels, welchen wir in der Waldhausschule gebastelt hatten. Nana Yaa und ich haben ihn mit unseren Handabdrücken unterzeichnet.
Als dann die Pressekonferenz vorbei war, wurden wir noch von ein paar Reportern befragt. Doch dies war relativ schnell vorbei, da ein Fernsehteam eine Dokumentation über die Kinderrechte drehen wollte. Deshalb ging es dann im unterirdischen Tunnel in das Reichstagsgebäude. Es war sehr interessant, in einem richtigen Film mitzuwirken: die Hauptdarstellerin Jule, ein 13 – jähriges Mädchen, war durch eine Zeitreise aus dem Jahr 1946 in der Gegenwart gelandet und traf dann im Reichstag auf uns Juniorbotschafter. Wir erklärten ihr die Kinderrechte und warum es wichtig ist, sich dafür einzusetzen. Es hat großen Spaß gemacht, bei dem Film mitzuspielen. Das ganze Film-Team war sehr nett und höflich.
Als ich auf dem Rückflug nach Karlsruhe die vergangenen zwei Tage noch einmal Revue passieren ließ, wurde mir klar, wie wichtig es ist, sich auch als Jugendlicher einzusetzen.
„Viele kleine Menschen
an vielen kleinen Orten
die viele kleine Dinge tun
können das Gesicht der Welt verändern.“
Afrikanisches Sprichwort
Dieser Beitrag wurde am Wednesday, den 8. April 2009 um 14:48 Uhr veröffentlicht und unter der Kategorie Kinderrechte angelegt. Die Kommentare zu diesen Beitrag können durch den RSS 2.0 Feed verfolgt werden.
