Der Junior8 Gipfel liegt längst hinter uns, unser Engagement für die nächste Generation und mehr Chancengleichheit hat jedoch auch nach Japan kein Ende gefunden.Bereits vor Beginn des Gipfels war es uns wichtig, langfristig Einfluss auf politische Entscheidungen zu nehmen und aktiv am politischen Prozess mitwirken zu können. Nach unserer Rückkehr aus Japan entschieden wir uns daher, mit Frau Bundeskanzlerin Merkel in Kontakt zu treten. Als wir dann tatsächlich die Zusage zu einem Treffen mit Bundeskanzlerin Merkel erhielten, vermischte sich meinerseits Vorfreude mit Erwartungsdruck. Gemeinsame, intensive Vorbereitung folgte und ehe ich mich versah, stand ich, zusammen mit Jasmin und Julika, bereits neben Frau Merkel im Bundeskanzleramt.Schwerpunkte des Gespräches am 08.12.08 waren die finanzielle Unterstützung von Entwicklungs- und Schwellenländern, internationale Kooperation sowie die Millenium Development Goals. Von besonderer Wichtigkeit waren uns hier die Einhaltung getätigter Versprechen sowie eine stärkere Einbeziehung von Entwicklungs- und Schwellenländern. Wir sprachen uns für das Post Kyoto Protokoll aus sowie die Einführung von Kurz- und Langzeitzielen. Außerdem regten wir die Gründung einer internationalen Organisation an, die mit der Vergabe von „Green Labels“ die Umweltfreundlichkeit des Produktionsprozesses kontrolliert.
Neben diesen politischen Themen ging es uns natürlich auch um unsere eigenen Belange. Eine Mitsprache Jugendlicher im politischen Prozess ist noch immer nicht ausreichend gewährleistet. Aus diesem Grund haben wir den Aufbau eines Jugendforums vorgeschlagen. Dieses könnte sich aus Vertretern regionaler Jugendparlamente zusammensetzen und sich zu bestimmten Sachverhalten im Bundestag äußern. Dieser mir persönlich überaus wichtige Vorschlag wurde positiv aufgenommen und lässt sich möglicherweise in weiterer Zusammenarbeit mit entsprechenden politischen Führungskräften umsetzen. Für die Integration von Themen wie Klimawandel, Armut und dergleichen in bestehende Lehrpläne – ein weiteres unserer Anliegen – war Frau Bundeskanzlerin Merkel jedoch der falsche Ansprechpartner, da Bildung in das Aufgabenfeld der Länder fällt.
Für uns war das Gespräch mit der Bundeskanzlerin wahrlich ein Höhepunkt seit dem Ende des Gipfels. Es gab uns die Möglichkeit, Kritikpunkte an der Bundesregierung auch von anderen Standpunkten zu betrachten. Meiner Ansicht nach war diese Begegnung ein bedeutender Schritt für uns Kinder und jungen Menschen, denn sie zeigt, dass wir Einfluss haben und etwas verändern können, wenn wir es denn wirklich wollen. Mir persönlich ist nun wichtig, dass es - wie von Frau Bundeskanzlerin Merkel vorgeschlagen - zu einer Zusammenarbeit mit entsprechenden Ministern kommt, um das Jugendforum Realität werden zu lassen. Zudem halte ich für wichtig, dass sich auch weiteren Junior8 Delegierten und anderen aktiven Jugendlichen die Chance bietet, in direktem Kontakt mit politischen Führungskräften zu stehen. Viel liegt noch vor uns, viel müssen wir noch erreichen, lasst uns also gemeinsam anpacken!
von Alexander Wegner, J8-Team
Dieser Beitrag wurde am Wednesday, den 7. January 2009 um 12:34 Uhr veröffentlicht und unter der Kategorie Junior8, JuniorBotschafter angelegt. Die Kommentare zu diesen Beitrag können durch den RSS 2.0 Feed verfolgt werden.
