Mein Name ist Alexander Wegner und ich bin UNICEF Junior Botschafter und Junior8 Delegierter. Dies mag zwar schön klingen, viele mögen sich dennoch fragen, was genau diese beiden Titel bedeuten.Im Juli diesen Jahres hatte ich die außergewöhnliche Chance, am Junior8 Gipfel in Japan teilzunehmen. Der Junior8 Gipfel findet jedes Jahr parallel zum G8 Gipfel statt und eröffnet uns jungen Menschen die Chance, unsere Zukunft direkt zu beeinflussen. Insgesamt nahmen 39 junge Delegierte aus aller Welt teil und zusammen erarbeiteten wir eine Erklärung, die wir den G8 Staatschefs übergaben, sprich Politikern wie Angela Merkel und George Bush. Auf diese Weise äußerten wir unsere Meinung zu Problemen wie Armut und Klimawandel und versuchten, die Politiker zum Handeln zu bewegen.
Während der Zusammenarbeit mit all den anderen Delegierten, wurde mir eins klar, Menschen wie Du und ich, wir jungen Leute, müssen das Recht haben, unsere Meinung zu äußern und unsere Zukunft mitzubestimmen.
Und dieses Recht haben wir auch, denn es gehört zu den Kinderrechten. Einige von Euch wissen vielleicht, dass im Jahre 1990, also vor mehr als 18 Jahren, die Kinderrechtskonvention in Kraft trat. Insgesamt 192 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen, unterzeichneten diese Konvention.
Nun könntet Ihr mich fragen, was genau macht die Kinderrechtskonvention denn so bedeutend? Nun ja: Sie besteht aus mehr als 42 Artikeln, die für jedes Kind weltweit gelten, unabhängig jeglicher Unterscheidungsmerkmale. So besagt beispielsweise Art. 2 „Alle Kinder sind gleich“, Art. 6 „Kinder haben das Recht zu leben und zu überleben“, Art. 12 „Kinder dürfen sagen, was sie denken und Art. 28 „Kinder müssen die Schule besuchen“. All diese Artikel tragen folglich zum Schutz von Kindern und jungen Menschen bei und kommen uns allen so zu Gute.
Ich kann mir jedoch vorstellen, dass einige von Euch bereits festgestellt haben, dass unsere Rechte oft vernachlässigt werden. Dafür gibt es auch eine Erklärung, denn Kinderrechte sind nicht Teil unserer Verfassung, also des Grundgesetzes Deutschlands. Auch wenn der Staat dazu verpflichtet ist, sein Bestes zu geben, um diese Rechte zu wahren, ist er gesetzlich nicht daran gebunden. Manche Länder wie die Vereinigten Staaten von Amerika und Somalia haben die Konvention noch nicht einmal unterzeichnet. All dies ist ohne Frage bedenklich.
Und so wichtig es ist, einzufordern, dass man uns Gehör schenkt, so wichtig ist es auch, eigenständig aktiv zu werden und uns für unsere Rechte einzusetzen. Dies könnte Ihr tun, indem Ihr beispielsweise mit UNICEF zusammenarbeitet, sei es als Junior Botschafter oder vielleicht sogar als Teilnehmer des jährlichen Junior8 Gipfels. Aus eigener Erfahrung kann ich Euch versichern, sich für UNICEF zu engagieren, bedeutet an Erfahrung zu gewinnen, sich mit kritischen Problemen zu beschäftigen, interessante Menschen verschiedenster Nationen kennenlernen und zum Wandel beizutragen.
UNICEF ist jedoch nicht der einzige Weg, um sich zu engagieren. Bereits in Eurer Stadt, Eurem Viertel und Eurer Schule könnt Ihr einiges auf die Beine stellen. Entwickelt eigene Ideen, trefft Euch mit anderen, stellt Projekte auf die Beine und überlegt dann, wie Ihr auch andere Schüler für Euer Thema begeistern könnt und wie diese Euch unterstützen können. Ladet einflussreiche Menschen ein und diskutiert Themen, die Euch beschäftigen. Schließt Euch mit Gruppen anderer Schulen zusammen und setzt Euch in Eurer Stadt, unter Einsatz der Medien und durch Projekte für mehr Mitsprache von Kindern und jungen Menschen ein, beispielsweise durch die Gründung von Kinder- und Jugendparlamenten.
All dies klingt zunächst bestimmt schwierig und umfangreich, ich kann Euch jedoch sagen, all dies ist möglich, allein auf den Willen kommt es an. Glaubt an Eure Ideen, habt Selbstvertrauen und versucht stets Theorie zu Praxis werden zu lassen. Lasst uns nie vergessen, wir sind die Zukunft, wir sind die nächste Generation und gemeinsam können und müssen wir unsere Zukunft ein Stück weit in die eigene Hand nehmen. Es liegt nun an uns allen, zu zeigen, dass es Taten sind, auf die es ankommt und Taten müssen Folgen haben.
Dieser Beitrag wurde am Wednesday, den 19. November 2008 um 10:16 Uhr veröffentlicht und unter der Kategorie Junior8, JuniorBotschafter, Kinderrechte angelegt. Die Kommentare zu diesen Beitrag können durch den RSS 2.0 Feed verfolgt werden.
