Meinungsfreiheit - Wie frei ist sie wirklich?

JaninaUnsere Demo für die Glaubensfreiheit und Bildungsfreiheit der Kinder in Tibet wurde verboten mit der Begründung, dass die Stadt gerade eine Städtepartnerschaft mit China begonnen hätte. Die Demo auf dem Schulgelände wurde ebenfalls untersagt, denn der Schüleraustausch mit der Partnerschule in China wäre dann in Gefahr. Wie oft habe ich in den letzten Wochen gehört: Ich stimme Euch voll uns ganz zu, ich bin ganz Eurer Meinung, echt schlimm was da passiert, a b e r ich kann Euch nicht unterstützen, weil es die oder die Konsequenzen für mich haben könnte.Das kann doch nicht wahr sein, was hat das mit Meinungsfreiheit zu tun?Wenn eine Freundin in der Schule zu mir sagt, wenn du die ……einlädst, dann komme ich aber nicht. Dann ordne ich das Ganze in die Schublade “Kindergartenkram” ein. Wo aber ordne ich ein, wenn unsere Bundeskanzlerin einen Gast empfängt, mit dem ein anderes Land nicht einverstanden ist und diese dann dafür bestraft. “Weil Du den eingeladen hast, laden wir Euch aus”. Wieder “Kindergartengram”, so einfach ist es dann leider doch nicht, sondern eher erschreckend!Ich erzähle meiner Freundin, dass ich über unser Erlebnisse öffentlich berichten möchte. Sie schaut mich ganz erschrocken an und sagt, dass ich das bitte nicht tun soll, sie hätte sonst Angst um mich. Hallo, ich bin ein Kind, was soll schon passieren? Doch dann denke ich nach, was zählt das Leben eines Kindes, wenn es nicht in den Plan eines “Mächtigen” passt?Wie ist es mit all den Kindern, die in so vielen unsinnigen Kriegen gestorben sind?Was ist mit Kindern, die entführt werden um dann als Kindersoldaten eingesetzt zu werden?Und all die Kinder, die als Arbeitssklaven missbraucht werden?Was ist mit den Kindern in Birma, die hungern müssen und vielleicht sterben, wenn nicht schnell Hilfe kommt?Wenn interessiert, dass Mütter aus purer Verzweiflung ihre Kinder auf einen lebensgefährlichen Fluchtweg schicken?Was ist das Leben einen Kindes wert? Vielleicht sollte ich mir doch nicht so sicher sein, dass ich Welpenschutz habe.Und dennoch, wenn ich könnte würde ich zu Herrn Bush nach Amerika fliegen und ihm sagen, dass er mir Angst macht und dass ich mir nicht vorstellen kann wie es ihm möglich ist abends einzuschlafen.Ich würde nach Birma reisen und den Militärchefs ordentlich die Meinung sagen. Auch nach China würde ich reisen und fragen was das Leben einen Kindes wert ist. Vielleicht würde ich dann verhaftet werden. aber ich bin mir sicher, es ginge mir dann besser. Doch ich lebe in Deutschland, wo es mir gut geht, meine Eltern mich niemals in Gefahr bringen würden, also - keine Reise irgendwohin!Deshalb bin ich immer noch wütend und traurig über das was ich täglich im Fernsehen sehen und über das was ich in den letzten Wochen erlebt habe.Ein bisschen besser geht es mir jetzt, weil ich meine Wut in den Computer gehämmert habe. Aber wahrscheinlich nur solange bis ich dem Nächsten begegne, der ja ganz unserer Meinung ist, uns aber dennoch nicht unterstützen kann.Janina Fautz, UNICEF-JuniorBotschafterin

Dieser Beitrag wurde am Thursday, den 16. October 2008 um 13:15 Uhr veröffentlicht und unter der Kategorie JuniorBotschafter, Kinderrechte angelegt. Die Kommentare zu diesen Beitrag können durch den RSS 2.0 Feed verfolgt werden.

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