Kinder müssen draußen bleiben

WeltkindertagAm 20. September ist Weltkindertag – der Tag, an dem Kinder eigentlich im Mittelpunkt stehen sollen. In Köln müssen Kinder leider draußen bleiben. Am Samstag war eigentlich wie jedes Jahr am Vorabend des großen Weltkindertagsfests im Rheingarten das traditionelle Taschenlampenkonzert der Band Rumpelstil geplant. Jetzt bleiben die Lichter aus. Aus Sorge um die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher hat der WDR die beliebte Show abgesagt, weil die rechte Bürgerbewegung „Pro Köln“ in der Kölner Altstadt eine mehrstündige Kundgebung veranstaltet. Aus Protest hat sich eine große Gegendemo angesagt, begleitet von einem Riesen-Polizeiaufgebot. Ein geschützter kinderfreundlicher öffentlicher Raum, der Voraussetzung für das Gelingen des Konzerts ist, lässt sich so nicht garantieren. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Zu dem Konzert erwarten wir besonders viele kleine Kinder. Deren Sicherheit und die ihrer Eltern steht für uns im Vordergrund. Unter diesen Umständen können wir ein friedliches, ungestörtes Fest nicht gewährleisten“, bedauerte WDR5 Programmchef Florian Quecke.

Es ist schon sehr bitter, dass Kinder an ihrem „höchsten Feiertag“ sicherheitshalber zu Hause bleiben müssen. Nicht, dass „Pro Köln“ nicht soviel Widerstand zu wünschen wäre wie möglich. Wenn es danach geht, kann die Innenstadt gar nicht voll genug werden! Aber ist schon traurig, dass die Kinderinteressen mal wieder zurückstehen müssen. Lasst Euch Euren Tag trotzdem nicht vermiesen: Feiert, was das Zeug hält.

In über 40 Städten werden die ehrenamtlichen UNICEF-Gruppen mit Aktionen und Veranstaltungen auf die Rechte der Kinder aufmerksam machen. In Berlin gibt UNICEF-Schirmherrin Eva Luise Köhler den Startschuss für den JuniorBotschafter-Wettbewerb 2009. Schauspielerin Katja Riemann liest zum Thema “Kinderarmut in Deutschland” und das Aktionsbündnis Kinderrechte (UNICEF, Deutsches Kinderhilfswerk, Deutscher Kinderschutzbund) fragt vor dem Brandenburger Tor “Was sind uns Kinder wert?”. Krönender Abschluss sind am Sonntag, 21. September, die großen Weltkindertagsfeste in Köln und Berlin. Mehr Infos dazu findet Ihr auf younicef.de
Offiziell begann die Geschichte des Weltkindertages im Jahr 1954. Damals beauftragten die Vereinten Nationen UNICEF mit der Ausrichtung eines weltweiten „Kindertages“. Neben dem Einsatz für Kinderrechte und der Förderung der Freundschaft unter den jungen Erdenbürgern sollten sich die Regierungen einmal im Jahr öffentlich verpflichten, die Arbeit des Kinderhilfswerks zu unterstützen. Seit dem ersten Weltkindertag hat sich vieles verbessert. Noch nie gingen so viele Kinder zur Schule wie heute. Die Kindersterblichkeit ist weiter gesunken: Starben noch 1990 noch 12,7 Millionen Kinder vor ihrem fünften Geburtstag, waren es im Jahr 2007 „nur“ 9,2 Millionen. Dieser positive Trend verdankt sich einem besseren Impfschutz gegen Masern, der Versorgung mit Vitamin A, Malaria-Prävention, AIDS-Medikamenten und der Förderung des Stillens. Mangelernährung ist eine der Hauptursachen dafür, dass immer noch so viele Kinder nicht überleben. In den Entwicklungsländern sind rund 148 Millionen Kinder betroffen. Sie müssen dringend mit ausreichender und qualitativ guter Nahrung versorgt werden. Gerade die ärmsten Familien leiden unter den weltweit steigenden Lebensmittelpreisen, den Folgen des Klimawandels, Naturkatastrophen, AIDS sowie Konflikten und Wirtschaftskrisen.
Auch bei uns in Deutschland bleibt noch viel zu tun: Besonders arme und ausländische Kinder sind benachteiligt. Gemeinsam für Kinder lässt sich viel bewegen. Aber noch besser: Gemeinsam mit Kindern!

Dieser Beitrag wurde am Tuesday, den 16. September 2008 um 10:26 Uhr veröffentlicht und unter der Kategorie Kinderrechte angelegt. Die Kommentare zu diesen Beitrag können durch den RSS 2.0 Feed verfolgt werden.

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