Wir fahren dem UNICEF-Laster zur Auk Paing Schule in Bogalay hinterher. Hier wollen wir heute Rucksäcke gefüllt mit Schulmaterialien an alle 617 Schüler verteilen. Die Schule ist in einem ärmlichen Zustand, es gibt gerade einmal drei Schülertoiletten, die aber sowieso keiner benutzt. Seit dem Zyklon gibt es keinen Strom mehr, und weil der Himmel durch den Monsun ständig grau ist, ist es eigentlich zu dunkel in den Klassenzimmern. Eine Turnhalle gibt es auch nicht, und das bedeutet, dass während des sechsmonatigen Monsunregens der Sportunterricht ausfällt. Viele der Kinder können sich die Schuluniform nicht leisten, die meisten haben noch nicht einmal Schuhe an.
Doch all das ist heute nicht wichtig. Kinder und Eltern stehen schon Schlange, um die leuchtend blauen UNICEF- Rucksäcke abzuholen. Die Kinder zappeln, sie beobachten ungeduldig ihre Mitschueler, die bereits ihren Rucksack haben“Wir haben alles verloren”, erzählt mir eine Mutter. “Deshalb können wir uns die Schulsachen für unsere Kinder nicht mehr leisten.” Für sie ist die Unterstützung durch UNICEF eine entscheidende Hilfe.
Die Kinder holen sich artig den Rucksack ab und stürzen sofort zu ihren Freunden, die schon dabei sind, die Plastikverpackung aufzureissen und die Gegenstände einzeln aus den Rucksäcken zu holen. Hin und wieder dreht sich eine zu ihren Eltern um, zeigt stolz das neue Lineal, das neue Schreibheft. Es sind diese Momente, in denen mein Herz aufgeht und ich es nicht erwarten kann, jedem von dem Strahlen der Kinder zu berichten.
Nach Schulschluss sehen wir sie in den Straßen – in großen Gruppen, alle mit ihrem neuen blauen Rucksack auf dem Rücken, laufen sie nach Hause und freuen sich.
Dieser Beitrag wurde am Tuesday, den 19. August 2008 um 11:02 Uhr veröffentlicht und unter der Kategorie Myanmar angelegt. Die Kommentare zu diesen Beitrag können durch den RSS 2.0 Feed verfolgt werden.
