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19. August 2008von Anna Stechert

Schulrucksäcke für die Kinder in Bogalay

Schulrucksäcke für die Kinder in Bogalay 01Wir fahren dem UNICEF-Laster zur Auk Paing Schule in Bogalay hinterher. Hier wollen wir heute Rucksäcke gefüllt mit Schulmaterialien an alle 617 Schüler verteilen. Die Schule ist in einem ärmlichen Zustand, es gibt gerade einmal drei Schülertoiletten, die aber sowieso keiner benutzt. Seit dem Zyklon gibt es keinen Strom mehr, und weil der Himmel durch den Monsun ständig grau ist, ist es eigentlich zu dunkel in den Klassenzimmern. Eine Turnhalle gibt es auch nicht, und das bedeutet, dass während des sechsmonatigen Monsunregens der Sportunterricht ausfällt. Viele der Kinder können sich die Schuluniform nicht leisten, die meisten haben noch nicht einmal Schuhe an.

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19. August 2008von Anna Stechert

“Ihr wisst nicht, wie wichtig eure Hilfe ist.”

Ich bin aufgeregt: Mein erster Besuch in einer völig unbekannten Krisenregion. In Aceh kann ich jederzeit in ein Projekt fahren, aber hier habe ich gerade einmal drei Tage, um alle Informationen zu bekommen, die ich brauche. Vier Tage hat es gedauert, die Genehmigung zu bekommen, ins Irrawaddy Delta zu fahren. Jetzt geht es los, mit einem Hubschrauber des Welternährungsprogramms. Wir fliegen ueber flaches Land, Reisfelder ohne Ende, und mehr und mehr entdecken wir die Spuren der Katastrophe, die dieses wunderschoene Land verwüstete. Häuser, selbst grössere Gebäude haben kein Dach mehr, von manchen steht nur noch ein Gerippe. Wir überfliegen eine grosse Wasserfläche. “Hier war einmal ein Dorf”, sagt meine Kollegin Angela. Übrig geblieben ist nicht einmal ein Haus.

Nach einer Stunde landen wir in Bogalay auf einem Sportplatz. Nachdem ich mich bei den örtlichen Militaerbehörden gemeldet habe, fahren wir erstmal ins UNICEF Warenlager. Dort treffe ich auf drei Hebammen, die gerade dabei sind, kistenweise Impfstoffe auf ihre Fahrräder zu laden. “Mein Dorf ist etwa zwei Stunden per Boot entfernt”, erzählt mir eine der Frauen. “Alles ist dort kaputt. Meine Medikamente sind ruiniert, meine Instrumente, alles zerstört.” Sie ist für 17 Doerfer verantwortlich, für insgesamt 12.000 Menschen. Mit den UNICEF Medikamenten kann sie ihre Patienten wieder für eine Weile versorgen. “Danke, UNICEF”, sagt sie und nimmt meine Hand. “Ihr wisst nicht, wie wichtig eure Hilfe ist.”