Ein hoch emotionaler Tag geht seinem Ende zu. Heute mussten die Teams einen aus ihrer Mitte bestimmen, der am Montag als Delegierter zum Treffen mit den G8-Politikern fährt. Auch wenn das Treffen mit Angela Merkel - leider - laut Agenda nur 15 Minuten dauern wird, wollte natürlich jeder der vier deutschen J8ler dabei sein. Auch nach mehrstündigen Diskussionen fiel es ihnen schwer sich zu einigen, wer von ihnen zum Toyako-Gipfel fahren sollte. Wer würde am professionellsten auftreten? Wer ist der “typischste” deutsche Jugendliche? Wer bringt welche Erfahrungen oder welche Stärken mit? Nach welchen Kriterien ist der oder die eine oder andere besser qualifiziert? Das Ergebnis war unentschieden - schließlich ist jeder aus dem Viererteam auf individuelle Weise großartig und hat das schon durch das Engagement vor dem Gipfel bewiesen; bestätigt dadurch, dass sie von einer unabhängigen Jury ausgewählt wurden, am J8 teilzunehmen.
Da eine Lösung gefunden werden musste, hat das deutsche Team schließlich festgelegt, das Los entscheiden zu lassen. Die Anspannung war groß, als der Moment da war, an dem ich aus vier Zetteln einen gezogen habe. Das Los hat also entschieden, dass Nora Zech für das deutsche Team als Delegierte zum G8-Gipfel fährt.
Das Treffen mit den G8-Politikern ist zwar ein wichtiger Teil des J8-Gipfels, auf den sich alle Augen richten. Aber es geht nicht darum, dass die Jugendlichen ihre persönlichen Ansichten vortragen. Vielmehr sind sie Delegierte des J8 und präsentieren den Staats- und Regierungschefs die Resolution mit den Ideen und Forderungen aller 39 J8-Teilnehmer aus 15 Ländern, die diese gemeinsam und im Konsens in harter Arbeit zusammentragen und hinter denen sie gemeinschaftlich stehen.
Heute stand das Thema Armut und Entwicklung auf dem Plan, und die Jugendlichen hatten sich darauf sehr gut vorbereitet und viele Fragen aufgeworfen, aber auch schon viele Lösungsansätze eingebracht. Auch bei diesen Gruppendiskussionen waren wir Chaperones nicht dabei, doch dem Vernehmen nach haben die Gruppen intensiv und produktiv zusammengearbeitet und zum Teil hart um jede Formulierung und jedes Wort gerungen.
Um sich auszuruhen, blieb auch heute für die wenigsten Jugendlichen Zeit. Kaum im Hotel angekommen, haben sie sich umgezogen: Die Stadt Chitose hat mit großem Aufwand und grenzenloser Gastfreundschaft einen japanischen Abend gestaltet und jedem J8-Teilnehmer zu diesem Anlass einen Kimono geschenkt. So hatte der Tag mit japanischen Delikatessen, Musik und Tanz einen heiteren Ausklang.
Bei aller Emotionalität und den Schwierigkeiten, die mit dem Auswahlprozess der Delegierten verbunden waren, hat der heutige Tag das deutsche J8-Team sehr zusammengeschweißt. Auch die J8-Gruppe als Ganzes wächst immer stärker zusammen.
Ninja Klein
PR-Redakteurin UNICEF
Dieser Beitrag wurde am Friday, den 4. July 2008 um 18:38 Uhr veröffentlicht und unter der Kategorie Junior8 angelegt. Die Kommentare zu diesen Beitrag können durch den RSS 2.0 Feed verfolgt werden.
