Alle Beiträge vom Februar 2008

25. Februar 2008von Anna Stechert

1 Monat Vorschule zum Preis einer Schachtel Zigaretten

Kinder im Early Childhood Center in Mirdup Lamredup. Foto: UNICEF / Anna StechertSchon von draussen koennen wir einen Krach hoeren, den man grob als Gesang bezeichnen koennte. Den Grund fuer den erhoehten Laermpegel sehen wir, sobald wir das Early Childhood Center (ECD) in Mirdup Lamredup betreten. 15 Kinder im Vorschulalter lernen ein Lied ueber die Wochentage. Lauthals groelen sie, oftmals bricht spontanes Gelaechter aus, wenn sich einer verhaspelt oder den Tag verwechselt. Wieder und wieder singen sie das Lied, bis es auch der letzte kleine Knirps auswendig kann. Dann jubeln alle zusammen ueber ihren Erfolg.

“Das erste, was ich gelernt habe, ist geduldig zu sein”, lacht Wirda, die Kindergaertnerin hier. Jeden Morgen von 8.30 bis 11 Uhr hat sie etwa 20 Kinder zwischen 2 und 6 Jahren in ihrer Obhut; unterstuetzt wird sie dabei von 2 weiteren Helfern. Bezahlt werden sie fuer diese Arbeit nicht, weshalb die meisten einen zweiten Job annehmen muessen.

Ich bin begeistert von ihrem Enthusiasmus, ihrer Motivation und ihrer Froehlichkeit. Sie geniesst es, von der Kinderschar umgeben zu sein.

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20. Februar 2008von Anna Stechert

“Ich liebe meine neue Schule!”

Schüler vor der von UNICEF neu gebauten Schule in Lhoksimeulue. Foto: UNICEF / Anna Stechert.Wir fahren ungefaehr eine halbe Stunde auf Hoppelwegen durch die entlegenden Doerfer in Aceh Besar, vorbei an gruenen Reisfeldern und Wasserbueffeln, durch den Dschungel und wieder hinaus. Wir sind auf dem Weg nach Lhoksimeulue, wo wir uns mit Lehrern und Schuelern in einer neugebauten UNICEF-Schule treffen.

Lhoksimeulue ist ein sehr armes Dorf, und man kann das auch an den 300 Kindern sehen, die hier die Grundschule besuchen. Viele von ihnen tragen keine Schuhe, die Schuluniform hat Risse, das Kopftuch ist fleckig.

Aber das tut der lebendigen Stimmung keinen Abbruch. Waehrend ich mit den Lehrern im neuen Lehrerzimmer sitze, druecken sich draussen die Kinder an den Fenstern die Nasen platt. Wenn ich winke, kichern sie los und ducken sich, nur um an einem anderen Fenster wieder aufzutauchen.

“Wir sind sehr gluecklich ueber die Schule”, sagt Lehrerin Sarwati. Das zweistoeckige Gebaeude hat 9 Klassenzimmer, endlich ist hier genug Platz. “In unserer alten Schule hatten wir teilweise 70 Schueler im Klassenzimmer, weil einfach nicht genuegend Platz da war”, erzaehlt sie.

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9. Februar 2008von Cornelia Walther

Update aus Yaounde - nach der Evakuierung

Hiermit wie versprochen also ein Update der Situation – aus Yaounde (Kamerun). Am Montag, den 4. Februar, wurde ein Grossteil des internationalen humanitaeren Personales nach Kamerun evakuiert - mich einschliesslich. Nur sieben UNICEF-Mitarbeiter sind im Tschad geblieben, davon vier in Abeche.

Momentan ist die Lage im Land ruhig – aber es bleibt noch abzusehen, ob dies von Dauer ist. Das UNICEF-Buero in Ndjamena war in den letzten Tagen von der nationalen Armee besetzt – somit war das ganze lokale Computersystem “out of order”. Zumindest das klappt jetzt wieder … Das Buero ist geraeumt, und der Schaden ist weit geringer als gedacht – ein Schritt in Richtung Normalitaet? Nach einer etwas chaotischen Evakuierungsaktion von Abeche nach Yaounde - in einem grossen UNO-Flugzeug mit Militaerdesign - sind wir nun in der Hauptstadt von Kamerun und soweit ist alles ok.

Davon abgesehen jedenfalls, dass niemand weiss, was als naechstes geschieht: wann wir wieder zurueck und an die Arbeit koennen. Alle humanitaeren Aktivitaeten im Tschad sind auf Sparflamme.

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3. Februar 2008von Cornelia Walther

Krise im Tschad: Hausarrest in Abeche

Wie viele von Ihnen vielleicht in den Medien mitverfolgt haben, ist die Lage im Tschad momentan sehr gespannt. Die Rebellen sind in direkter Konfrontation mit der nationalen Armee, in der Hauptstadt sind in diesem Augenblick Strassenkaempfe im Gange.Ein Grossteil der Auslaender, die in N’Djamena leben, darunter die meisten unserer internationalen UNICEF-Kollegen, wurden im Laufe der letzten Tage in die umliegenden Laender evakuiert und sind in Sicherheit.

Im Osten ist die Lage momentan weitgehend ruhig – abgesehen von Soldaten und Panzern, die in der Stadt stationiert sind, sowie zirkulierenden Helikoptern, die mittlerweile zum Himmelsbild gehoeren wie in Schwaben die Schwalben.

Hier in Abeche sind wir von UNICEF, zusammen mit allen anderen humanitaeren Arbeitern, in Alarmstellung. Hausarrest wurde deklariert, und so sitzen wir mit Handset am Ohr – das Mobilfunknetzt funktioniert seit Donnerstag nicht mehr – in Startposition. Jeder hat einen Sack mit dem Noetigsten, aber maximal 15 kg bereit.

Sollte die Lage sich verschaerfen – sprich sollten die Rebellen nach Ndjamena Abeche angreifen – werden zunaechst Regruppierungsorte angesteuert und dann die franzoesiche Militaerbasis. Danach werden uns Militaer- oder UN-Flugzeuge ausser Landes bringen. Sobald ich Neuigkeiten und Internetzugang habe, melde ich mich wieder.

Zur besseren Uebersicht:
Tschad-Karte mit Fluechtlings- und Binnenfluechtlingslagern (pdf)

Lieben Gruss - Cornelia

1. Februar 2008von Cornelia Walther

Impfkampagne gegen Kinderlaehmung

Eine Mutter hält ihr Kind im Arm, während es eine Schluckimpfung gegen Kinderlähmung erhält. Foto: Cornelia Walther.Nach vier Tagen in Biltine, Hauptort der Region Wadi Fira, bin ich nun wieder zurueck in Abeche und geniesse den hiesigen Luxus: Strom, Leitungswasser, Internet – toll!

Ich war zusammen mit unserem Gesundheitsexperten, einem Azrt aus dem Tschad, im Rahmen der 1. Nationalen Impftage gegen Kinderlaehmung 2008 unterwegs. UNICEF unterstuetzt die tschadische Regierung mit Impfstoffen, technischem Know-how und mehr. Weltweit stellt UNICEF die meisten Impfstoffe bereit.

Die Folgen von Kinderlaehmung, einer Krankheit, die in Deutschland heute so gut wie ausgerottet ist, sind unwiderruflich. Polio – „Shallal“ im lokalen tschadischen Dialekt – faengt wie eine Grippe an und hoert mit lebenslanger Laehmung auf. Die Schluckimpfung hat keine Nebenwirkungen und zielt auf Kinder bis zu fuenf Jahren - gleichgueltig ob sie in ihren Doerfern oder in einem Fluechtlingslager leben.

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