Uebersicht Ost-Tschad und UNICEF-Aktion

Flüchtlinge im Tschad.

So – hier noch einige Basisinfos hinsichtlich der Situation im Tschad: Seit 2004 kamen ueber 235.000 Fluechtlinge aus dem Sudan in den Osten des Tschads, wo sie nun in zwoelf Fluechtlingslagern entlang der 600 km langen Grenze zum Darfur leben. Circa 60 Prozent von ihnen sind Frauen und Kinder. Die Eskalation der Gewalt entlang der gemeinsamen Grenze Tschad/Sudan hat zur internen Vertreibung von circa 180.000 Tschadiern gefuehrt – ueber 80 Prozent von ihnen sind Frauen und Kinder. Hinzu kommen 48.000 Fluechtlinge, die aufgrund von Unsicherheit in der Zentralafrikanischen Republik geflohen sind und nun in drei Fluechtlingslagern im Sueden des Landes angesiedelt sind.

Trotz einer Verschlechterung der Sicherheitslage in den vergangenen Monaten - und somit verringertem Zugang zu Fluechtlingslagern und Vertriebenenkamps – gelingt es der humanitaeren Gemeinschaft nach wie vor, die grundlegenden Dienstleistungen zu gewaehrleisten. UNICEFs Arbeit zielt durch eine Vielzahl von Maßnahmen auf Fluechtlinge, aber ebenso auf die lokale Bevoelkerung. An erster Stelle stehen der Bau von Wasser-und Abwasserinfrastruktur, die Impfung von Kindern gegen Masern und ihre Versorgung mit Vitamin A, Medikamenten, impraegnierten Moskitonetzen, Decken, Notfall-Kits sowie speziellen Ernaehrungsprodukten gegen Unterernaehrung, sowie der Bau neuer Klassenraeume, die Ausbildung von Lehrern und die Bereitstelllung von Lernmaterialien.

Innerhalb des politischen Rahmens der tschadischen Regierung ist es UNICEFs Strategie, die ersten Grundbeduerfnisse abzudecken - und gleichzeitig den Uebergang in eine langfristige Entwicklung zu unterstuetzen. Die zwei vorrangigen Aktionspunkte fuer UNICEF und seine Partner in den kommenden 12 Monaten sind somit: die Bereitstellung von lebensrettender Hilfe fuer Fluechtlinge und Binnenvertriebene UND die Verbesserung des Zuganges zu sozialen Basisleistungen.

Es ist toll zu sehen wie ein Projekt beginnt und das Leben der Menschen veraendert. Aus der Ferne betrachtet sieht das aus wie ein Kruemel, aber im hautnahen Kontakt ist es ein Riesenschritt fuer die betroffenen Personen. Wenn eine Mutter dir erzaehlt, dass ihr Kind nach drei Wochen Versorgung mit Spezialnahrung (UNICEF stellt durch seine Partner angereicherte High-Energy-Biscuits und Spezial-Erdnusspaste zur Verfuegung ) wieder lachen kann, nachdem du es vor kurzer Zeit noch als kleines Haeufchen Knochen gesehen hast, dann weisst du warum du hier bist.

Dieser Beitrag wurde am Thursday, den 24. January 2008 um 16:47 Uhr veröffentlicht und unter der Kategorie Allgemein angelegt. Die Kommentare zu diesen Beitrag können durch den RSS 2.0 Feed verfolgt werden.

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