Eine neue Schule für Lamkunyet
“Anna! Anna! Hallo Anna!” Kaum betrete ich den Schulhof der Grundschule in Lamkunyet, bin ich umringt von Schulkindern. Ich liebe es, in den Projekten unterwegs zu sein, viele Kinder und Erwachsene kennen mich inzwischen gut. In Lamkunyet bin ich häufig, denn UNICEF hat hier unter anderem die Grundschule und öffentliche Toilettenhäuser neu gebaut. Ungefähr 500 Familien leben in dem kleinen Dorf. Es liegt im ehemaligen Rebellengebiet und ist nur über eine kleine, holprige Straße zu erreichen. Während des 30jährigen Bürgerkriegs war Lamkunyet komplett von der Außenwelt abgeschnitten. Heute ist das Dorf total verarmt und es fehlt an allem - Lehrern, Ärzten, sanitären Einrichtungen. Das schwere Erdbeben vom 26.12.2004 hat das sowieso schon alte Schulgebäude zum Einsturz gebracht.
Inzwischen hat sich viel verändert. Seit dem Friedensabkommen zwischen der indonesischen Regierung und den GAM-Rebellen vom August 2005 sind viele Dörfer für Hilfsorganisationen wie UNICEF endlich erreichbar. Im Mai haben knapp 300 Schüler aus Lamkunyet ihre von UNICEF neu gebaute, erdbebensichere Schule bezogen: sechs Klassenzimmer, getrennte Toiletten für Jungen und Mädchen, ein großer Schulhof, eine Bibliothek - endlich ist hier richtig Platz zum Lernen und Spielen. “Wir können jetzt auch Sportturniere veranstalten oder Tanzkurse anbieten”, freut sich eine der Lehrerinnen. Gerne würde ich mich noch ein wenig mit ihr unterhalten, doch die Kinder zerren schon an mir. Sie wollen, daß ich ein Foto von ihnen mache. Sie rennen auf den Schulhof und posieren wie kleine Models. Ich muss lachen.

